Serie "Auf ins Leben": Sprachreisen - gewusst wann
VON DANIEL GONZALES - zuletzt aktualisiert: 22.03.2005 - 12:45Düsseldorf (RP). Wer ins Ausland reist, um vor Ort eine Sprache zu lernen, sollte einige Stolperfallen beachten, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Wer beispielsweise nicht zur Hauptreisezeit fährt, kann viel Geld sparen.
Auf den ersten Blick wirkte das Angebot glaubhaft: Im Hochglanzprospekt versprach LISA!-Reisen aus Leipzig eine tolle Unterkunft, hochwertigsten Unterricht, ein Freizeitprogramm und kompetente Ansprechpartner vor Ort für rund 500 Euro. Trotzdem wurde Philipp Schlereth bei seiner Sprachreise ins spanische Salamanca enttäuscht.
„Bis auf die internationale Wohngemeinschaft war die Reise ein Flop“, sagt der Düsseldorfer Student enttäuscht. Der Sprachunterricht erfolgte strikt nach Lehrbuch, die Ausstattung der Schule war miserabel, das Freizeitprogramm fand nicht statt. Wer einige Tipps beachtet, kann sich vor solchen Pleiten schützen:
Reisedauer Nur für Ziele in Europa ist eine einwöchige Reise sinnvoll. „Wer nach Asien will, benötigt für die An- und Abreise bereits zwei Tage“, erklärt Ümran Müller von Berge, zuständig für Sprachreisen beim Düsseldorfer Anbieter Sprachcaffe.
Zeitpunkt und Ort Wer außerhalb der Hauptreisezeit fährt und in die Provinz anstatt in einen typischen Ferienort, kann viel sparen. „In Malta beträgt der Saisonzuschlag bis zu 50 Prozent“, erklärt Barbara Engler vom Verbraucherschutzverein Aktion Bildung (ABI).
Sprachkurs Eine Gruppe sollte nicht mehr als zwölf Mitglieder stark sein, und die Schüler sollten alle auf dem gleichen Lernniveau liegen - am besten festgestellt durch einen schriftlichen Einstufungstest. Der Name der Schule sollte unbedingt vorher bekannt sein. Bei Sprachcaffe, die über hauseigene Schulen verfügen, können Interessenten wählen zwischen 30 oder 20 Wochenstunden. Noch wichtiger ist die Qualifikation der Lehrer. „Interessierte sollten auf Zertifikate von unabhängigen Stellen achten“, empfiehlt Barbara Engler. In Spanien prüft beispielsweise das Instituto Cervantes, in England das British Council die Qualität.
Unterkunft Beschwerden über eine schlechte Unterbringung kommen bei den ABI-Verbraucherschützern am häufigsten vor. „Entweder ist die Unterkunft zu weit entfernt von der Schule, oder sie liegt in einer unsicheren Gegend“, berichtet Barbara Engler. Daher sollten alle Wünsche im Vertrag mit dem Veranstalter festgehalten werden. Bei Problemen sollte man sofort Kontakt mit dem Ansprechpartner des Organisators (der unbedingt vorhanden sein sollte) aufnehmen. Für den Lernerfolg sollte der Sprachschüler der einzige Deutschsprechende in der Familie sein.
Freizeitprogramm Alle vorher versprochenen Leistungen sollten schriftlich fixiert werden. Nicht selten entpuppen sich solche Angebote auch als Kostenfalle. „Der Endpreis der Sprachreise sollte fest sein und Zusatzkosten ausgeschlossen werden“, so Engler.
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