Uni und Familie: Studentenkinder
VON SEMIHA ÜNLÜ - zuletzt aktualisiert: 22.04.2009 - 11:49Düsseldorf (RP). Sieben Prozent der Hochschüler gründen schon zu Studienzeiten eine Familie. Diana, Pascal und Polyna erzählen, wie sie im Alltag zurecht kommen.
Diana Lengersdorf (36) promoviert zurzeit in Soziologie. Ihre Tochter Frederike ist drei Jahre alt. „Nach meinem Studium habe ich in einer Werbeagentur gearbeitet. Mein Kinderwunsch war aber nicht mit der Arbeit kompatibel”, erzählt Diana. Deswegen habe sie sich für ein Promotionsstudium entschieden und arbeitet nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl. Ihr Mann studiert ebenfalls.
„Wir haben ein duales System: Oma und Campus-Kita”, erzählt die 36-Jährige. Das klappe mal besser, mal schlechter. Mit Kindern muss man häufig umplanen und flexibel sein. Finanziell laufe es für die kleine Familie gut: „Da mein Partner und ich schon vor der Elternzeit gute Jobs hatten, konnten wir anfangs vom Ersparten leben. Und mit dem Gehalt von meinem Mann und mir klappt es jetzt auch ganz gut.”
Pascal Adriaans (27) studiert Soziale Arbeit. Sein Sohn Mattis ist drei Monate alt. Auch er kommt finanziell über die Runden, „vielleicht sogar besser als vorher”, sagt er. Pascal arbeitet als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl, außerdem bekommt die Familie einen Eltern- und einen Bafög-Babyzuschuss. „Ich wollte schon immer ein junger Vater sein. Auch meine Eltern waren junge Eltern”, sagt der 27-Jährige. Es habe natürlich Vor- und Nachteile, während des Studiums ein Kind zu bekommen. Zurzeit aber sei er in der Diplomarbeits-Phase und deshalb zeitlich flexibel genug. Das ist wichtig, denn die die Eltern wohnen weit weg, so dass er und seine Freundin ganz auf sich gestellt sind. „Wir haben aber, zum Glück, ein eher ruhiges Kind”, erzählt Pascal.
Schon mit 21 Jahren hat Polyna Papavassiliou ihren Sohn Konstantinos bekommen. Der Kleine ist inzwischen 22 Monate alt. „In Griechenland musste ich mein Studium wegen der Schwangerschaft abbrechen. Es war mir aber wichtig, weiter zu studieren. Meinem damaligen Freund nicht”, erzählt sie. Deshalb habe sie sich entschieden, mit Unterstützung ihrer Eltern nach Düsseldorf zu kommen. „Ich bin alleinerziehend, lebe bei meiner Mutter”, sagt die Biochemie-Studentin. Ihren Sohn versorgt sie morgens, bringt ihn dann in die Studentenwerk-Kita und geht zur Vorlesung. Spätestens um 18.30 Uhr, wenn sie nach Hause kommt, spielt sie mit Konstantinos und bringt ihn ins Bett. Dann beginnt das Lernen. „Oft kann ich nicht so viel lernen, wie es notwendig wäre, um gut vorbereitet zu sein”, sagt sie. Ihre Eltern helfen, wann immer es möglich ist, und „Konstantinos ist der wichtigste Grund, das Studium erfolgreich schaffen und später für ihn alleine gut sorgen zu können”.
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