Gegen Studienbedingungen: Studentenproteste auf 50 Hochschulen ausgeweitet
zuletzt aktualisiert: 13.11.2009 - 11:41Berlin (RPO). Die Studentenproteste gegen Studiengebühren und -bedingungen an Hochschulen in Deutschland breiten sich weiter aus. Mittlerweile seien Hörsäle an mehr als 50 Hochschulstandorten besetzt, teilte der Studentische Dachverband fzs am Freitag in Berlin mit. Weitere Proteste seien in der Planung. Auch in Österreich setzten die Studenten ihre Protestaktionen fort.
Nachdem im Sommer während des sogenannten Bildungsstreiks rund 250 000 Studenten und Schüler auf die Straße gegangen seien, habe sich in der Bildungspolitik trotz vieler Versprechen nichts getan, kritisierte fzs-Vorstandsmitglied Anja Gadow.
"Die Parteien stückeln konzeptlos einzelne Programme und Gesetze zusammen und nennen das Bildungspolitik. Weder auf Bundesebene noch in den Bundesländern wurden bisher Verbesserungen im Bildungsbereich vorgenommen", sagte sie.
Seit Mittwoch halten Studenten an zahlreichen Standorten Universitätsräume besetzt. Am Donnerstag gab es Proteste unter anderem an Universitäten in Berlin, Hamburg, München, Bielefeld und Göttingen. Auch in der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach und Krefeld, sowie an der Uni Duisburg-Essen wurde protestiert.
Appell für vernünftigen Protest
Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, hat die Studierenden zur Dialogbereitschaft aufgefordert. "Die Sympathien sind auf Seite der Protestierenden, solange sie vernünftige Formen des Protests wählen und sachlich argumentieren", erklärte Wintermantel am Freitag in Bonn. Frontalangriffe auf die Professorenschaft und "ideologisch gefärbte Thesen" wie der Vorwurf der Ökonomisierung der Hochschulen machten hingegen unglaubwürdig. "Wir wünschen uns einen offenen Dialog in den Hochschulen und in den Foren der HRK", unterstrich Wintermantel.
Die HRK-Präsidentin nannte es "richtig, dass die Studierenden sich zu Wort melden und deutlich machen, dass ihre Studienbedingungen besser werden müssen und mehr für ihre soziale Sicherung getan werden muss". Die Proteste wertete sie als "deutlichen Indikator dafür, dass politisches Handeln gefordert ist". "Wir brauchen mehr Personal in der Lehre, um die Qualität des Studiums zu halten und zu verbessern."
Zugleich sei anzuerkennen, dass die Politik gerade in den vergangenen Wochen "wichtige Voraussetzungen zugunsten der Bildung und damit auch von Verbesserungen der Studienbedingungen" geschaffen habe. Es gebe "unbestritten an etlichen Stellen Nachbesserungsbedarf bei der Studienreform", fügte Wintermantel hinzu. "Das sollten alle Beteiligten gemeinsam angehen."
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