Jeder zweite Lehrer fühlt sich im Übermaß belastet: Studie der Universität Potsdam
zuletzt aktualisiert: 10.04.2003 - 11:44Berlin (rpo). Mindestens die Hälfte der deutschen Lehrer fühlt sich in ihrem Job übermäßig belastet. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Potsdam.
Nahezu jeder dritte zeigt Anzeichen von Selbstüberforderung und Resignation. Dies sind die Ergebnisse einer umfangreichen Studie zur Lehrerbelastung, die der Potsdamer Psychologie-Professor Uwe Schaarschmidt am Mittwoch in Berlin vorstellte. Der Direktor des Institut für Psychologie an der Universität Potsdam hatte im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes (dbb) die Stressbelastung von mehr als 7000 Lehrerinnen und Lehrer in ganz Deutschland untersucht.
Nach Einschätzung von Schaarschmidt sind Lehrer mit ihren langen Arbeitstagen "in besonderem Maße psychosozial belastet". Auch im Vergleich mit anderen und ähnlich belasteten Berufen wie Polizisten, Pflegern, Beschäftigten im Strafvollzug und im Sozialbereich zeigten sich bei Lehrern generell die ungünstigsten Konstellationen. Oft führe eine Selbstüberforderung zum völligen Ausbrennen. Auf die Frage nach den belastendsten Arbeitsbedingungen nannten die Lehrer das Verhalten schwieriger Schüler und die Klassenstärke. Dem stärksten Stress sind nach dem Forschungsergebnis Lehrerinnen ausgesetzt.
Der Studie zufolge treten bei den Pädagogen die Risiken Selbstüberforderung und das so genannte Burnout-Syndrom überproportional (mit jeweils 30 Prozent) auf. Selbstüberforderung zeige sich an einer exzessiven Verausgabung, einer verminderten Erholungsfähigkeit, einer Einschränkung der Belastbarkeit und Zufriedenheit. Dies komme besonders häufig an Grundschulen und in Gymnasien und in Ostdeutschland vor. Resignation führe zu einem verringertem Engagement bei geringerer Erholungs- und Widerstandsfähigkeit sowie zu Unzufriedenheit und Niedergeschlagenheit. Dieses Risikomuster machten die Forscher am häufigsten in der Hauptschule aus.
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