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Studieren oder nicht? Diese Frage soll der Mehrheit der Bundesländer zufolge auch künftig keine Frage der sozialen Herkunft sein. Nachfolgend lesen sie, wie das Ausland mit Studiengebühren umgeht...
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USA: Mit Studiengebühren zwischen 5.000 und über 30.000 US-Dollar (3.900 bis 23.000 Euro) liegen die US-Universitäten weltweit an der Spitze. Selbst Studierende aus den unteren Einkommensgruppen zahlten 2002/2003 nach Zahlen des Bildungsministeriums durchschnittlich noch rund 3.000 US-Dollar, und das an den billigsten Einrichtungen. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Stipendien. Dem Nationalen Zentrum für Bildungsstatistik zufolge erhielten im Jahr 1999-2000 (neuere Zahlen nicht verfügbar) über die Hälfte der damals 16,5 Millionen Undergraduate-Studenten irgendeine Form von finanzieller Hilfe, im Schnitt 6.206 Dollar. Nicht rückzahlungspflichtige Zuschüsse machten dabei den größten Anteil aus.
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Niederlande: Das Undergraduate-Studium in den Niederlanden kostet derzeit knapp 1.500 Euro im Jahr, ein Master 1.600 Euro. Allerdings erhalten alle Studierenden eine vom Einkommen der Eltern unabhängige Unterstützung, die für im Elternhaus lebende Studenten in diesem Jahr bei 76 Euro monatlich, für alle anderen bei 233 Euro pro Monat liegt. Studenten, die nicht mehr zu Hause leben, erhalten also einen Zuschuss, der die Gebühren übersteigt. Bedürftige können zusätzliche Beihilfen von maximal 240 Euro monatlich erhalten. Allen Studenten bietet der Staat außerdem Darlehen von bis zu 260 Euro an sowie ein Bahnticket, mit dem sie an bestimmten Wochentagen kostenlos fahren können.
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Japan: Alle Universitäten erheben bereits seit ihrer Gründung Ende des 19. Jahrhunderts Gebühren, bei den staatlichen Hochschulen liegen sie derzeit bei 520.800 Yen (3.900 Euro) im Jahr. Die meisten privaten Unis verlangen laut Bildungsministerium etwa das Doppelte. Finanzielle Unterstützung für Studenten gibt es nur in Form von Darlehen. Im vergangenen Jahr liehen 866.000 Studenten - das sind 22 Prozent aller 3,9 Millionen japanischen Studierenden - insgesamt 580 Milliarden Yen (4,3 Milliarden Euro), das macht im Schnitt 1.100 Euro pro Person. Stipendien gibt es nur von regierungsunabhängigen Organisationen, Privatunternehmen und Stiftungen.
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Italien: Alle Universitäten erheben Studiengebühren, die je nach Fakultät variieren und nach sozialen Kriterien gestaffelt sind. An der Universität La Sapienza in Rom zahlt ein Student aus einer Familie mit unter 6.000 Euro Haushaltseinkommen 430 Euro im Jahr, die Spitzengruppe mit 66.000 Euro und mehr wird mit rund 1.300 Euro zur Kasse gebeten. In anderen Städten sind die Sätze niedriger, in Bologna etwa fallen 430 bis 1.000 Euro an, in der Kleinstadt Viterbo zahlen die Ärmsten nur die Einschreibegebühr von 170 Euro, die wohlhabendsten insgesamt 640 Euro. Eine Sonderposition nimmt die Zahnmedizin ein: Hier beträgt die Jahresgebühr etwa in Bologna rund 3.000 Euro, ein angehender Zahnarzt zahlt dort also drei Mal so viel wie andere Studenten.
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Großbritannien: 1998 wurden für den ersten Studienabschnitt bis zum Bachelor Gebühren in Höhe von gegenwärtig 1.150 Pfund (1.650 Euro) pro Jahr eingeführt, diese dürfen die Universitäten ab September 2006 auf 3.000 Pfund (4.300 Euro) erhöhen. Allerdings müssen die Gebühren dann anders als jetzt erst nach dem Studium gezahlt werden, und zwar sobald der Absolvent über ein Jahreseinkommen von mindestens 15.000 Pfund verfügt. Hilfe zum Lebensunterhalt gibt es in Großbritannien seit 1999 nur noch als Darlehen, so dass schon jetzt viele Absolventen beim Berufseinstieg verschuldet sind.
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Australien: Studiengebühren werden von den einzelnen Universitäten festgelegt, die Regierung bestimmt lediglich ein Maximum, das nach Fachbereichen gestaffelt ist. Für Bildung und Krankenpflege dürfen maximal 3.850 australische Dollar (2.250 Euro) gefordert werden, angehende Ärzte, Zahnärzte und Juristen dürfen dagegen mit bis zu 8.000 australischen Dollar zur Kasse gebeten werden. Im Jahr 2002 mussten 67 Prozent der Studenten Gebühren zahlen, den übrigen wurden sie aus sozialen Gründen erlassen.
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Spanien: Die Gebührenhöhe wird von den einzelnen Hochschulen bestimmt und variiert je nach Studiengang, die Regierung legt lediglich Ober- und Untergrenze fest. Die Spanne reicht von 378 Euro für ein Jahr Kunststudium auf den Kanarischen Inseln bis zu 792 Euro für Medizin in Madrid. Der Durchschnitt liegt nach Angaben des Bildungsministeriums etwas über 600 Euro. Studenten aus ärmeren Familien können die Gebühren teilweise oder ganz erlassen werden.
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Österreich: Seit dem Wintersemester 2001 wird ein Studienbeitrag in Höhe von 363 Euro pro Semester erhoben, also 726 Euro jährlich. Die Zahl der Studienanfänger ging mit Einführung der Gebühr zunächst deutlich zurück, erholte sich in den kommenden zwei Jahren aber wieder und lag im Wintersemester 2003 mit 31.950 sogar über der Zahl der Erstzulassungen im letzten gebührenfreien Wintersemester 2000. Der Anstieg ist allerdings auf den wachsenden Anteil ausländischer Studierender zurückzuführen, die den Beitrag zum Teil erlassen bekommen bzw. auch in ihren Heimatländern Gebühren zahlen müssten. Die Zahl der einheimischen Studienanfänger hat sich dagegen noch nicht vollständig erholt, sie lag mit 22.677 im WS 2003 immer noch unter dem Wert von 2000 (23.873).
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Schweden: Auch in Schweden hat jeder Hochschüler Anspruch auf ein elternunabhängiges Grundeinkommen, das derzeit bei 593 Schwedischen Kronen pro Woche (66 Euro) liegt, also rund 275 Euro monatlich. Hinzu kommt ein Darlehen in Höhe von rund 500 Euro pro Monat. Die Förderung wird über maximal 240 Wochen ausbezahlt. Die Studenten dürfen Geld hinzuverdienen, übersteigt ihr Jahreseinkommen aber 98.250 SEK (10.900 Euro), so wird die staatliche Unterstützung reduziert.
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Frankreich: Pro Studienjahr wird eine Art Verwaltungsgebühr erhoben, die auch Abgaben in einen Sozialfonds umfasst. Für den ersten Studienabschluss, der in der Regel nach zwei bis drei Jahren erfolgt, müssen derzeit 150 Euro jährlich bezahlt werden, dies entspricht etwa dem Semesterbeitrag an deutschen Hochschulen. Weiterführende Abschlüsse wie Master oder Diplom kosten 190 Euro, ein Ingenieurs-Diplom mit 450 Euro deutlich mehr.
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Finnland: Hochschüler über 20 erhalten mindestens 106 Euro monatlich, wenn sie bei ihren Eltern leben, andernfalls 259 Euro. Bei letzteren übernimmt der Staat außerdem 80 Prozent der Wohnkosten, maximal allerdings 171,55 Euro. Zusätzlich können Darlehen von bis zu 220 Euro monatlich aufgenommen werden. Die Förderdauer beträgt insgesamt maximal 70 Monate, für einzelne Studiengänge liegt sie etwas darunter, die verbleibenden Ansprüche können dann aber für weitere Ausbildungsgänge genutzt werden.
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Dänemark: Ab dem 18. Geburtstag kann jeder, der sich in einer nicht bezahlten Ausbildung befindet, ein Grundeinkommmen erhalten, die Statens Uddannelsesstoette. Sie beträgt für Studenten, die bei ihren Eltern leben, 2.247 Dänische Kronen (330 Euro), für die anderen 4.519 DKK (607 Euro) monatlich bei einer Förderzeit von maximal 70 Monaten. (Zum Vergleich: Die BAföG-Höchstsätze liegen bei 432 bzw. 585 Euro, davon muss aber die Hälfte nach Ende des Studiums zurückgezahlt werden). Bei Studenten unter 20 können die Beträge geringer ausfallen, wenn ihre Eltern eine bestimmte Einkommensgrenze überschreiten. Auch wer selbst zu viel verdient, muss einen Teil der Beihilfe zurückzahlen. Zusätzlich zu dem Grundeinkommen können Darlehen von bis zu 2.313 DKK (310 Euro) monatlich aufgenommen werden.