Gendarmen und Wirtschaftsprüfer klären über Tricks auf: Uni bildet Experten gegen Geldwäsche aus
zuletzt aktualisiert: 24.09.2004 - 14:33Straßburg (rpo). Die Straßburger Robert Schuman-Universität bildet ab dem Wintersemester Experten für den Kampf gegen Geldwäsche aus. Damit ist sie die erste Hochschule in Europa. Die Studierenden müssen im Seminar die Tricks der Fälscher erlernen.
Wie die Initiatorin des Vorhabens, die Dozentin Chantal Cutajar, am Freitag sagte, richtet sich das Angebot an Jura-Studenten, die bereits einen Abschluss haben, oder an Absolventen von Wirtschaftshochschulen. Ein Teil der Vorlesungen soll demnach von Spezialfahndern der Gendarmerie, Wirtschaftsprüfern sowie Experten der europäischen Polizei Europol und des Netzwerkes für Justiz-Zusammenarbeit der EU (Eurojust) gehalten werden.
Die Studenten des einjährigen Zusatzstudiums "Prävention von Betrug und Geldwäsche" sollen lernen, mit welchen Mitteln Gelder aus kriminellen Aktivitäten aufgespürt werden können. Dazu müssen sie die oft verschlungenen Wege erkennen, mit denen Gelder, etwa aus dem organisierten Verbrechen, reingewaschen werden.
Nach Auskunft Cutajars stehen im ersten Jahr nur 15 Studienplätze zur Verfügung. Die Juristin hofft aber, schon im nächsten Jahr zusätzliche Studenten aus anderen europäischen Ländern einbeziehen zu können. Dann sollen die Kurse in Englisch und Französisch angeboten werden.
Die EU hatte im November 2001 nach langen Diskussionen eine Richtlinie verabschiedet, die den Kampf gegen Geldwäsche erleichtern soll. Sie verpflichtet Banken, aber auch Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Auktionshäuser, Spielkasinos und Händler von Luxusgütern wie Schmuck "verdächtige Transaktionen" zu melden. Als solche gelten bei Händlern Bargeldzahlungen ab 15.000 Euro, bei Kasinos der Kauf von Spielmarken für Tausend Euro oder mehr.
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