Kritik: Uni Peking will jahrhundertealte Gebäude abreißen
zuletzt aktualisiert: 15.02.2006 - 13:21Peking (rpo). Die genaue Bedeutung des Wortes Denkmalschutz scheint in Peking noch nicht die Runde gemacht zu haben. Wie anders sollte es zu erklären sein, dass die eigentlich angesehene Universität in Peking plant, mehrere jahrhundertealte Gebäude abzureißen. Kritik an dem Vorhaben wird laut.
Im Rahmen eines umfassenden Renovierungsprojekts sollten die jahrhundertealten traditionellen Wohnhäuser bis Anfang 2007 abgerissen werden, berichtete die staatliche Zeitung "China Daily" am Mittwoch.
Die Pläne seien bereits von den Denkmalschutzbehörden genehmigt. Auf dem Grundstück solle ein mathematisches Forschungszentrum entstehen.
Die zum Abriss vorgesehenen Häuser stehen im ältesten Teil des begrünten Universitätsgeländes. Sie gehörten einst zum kaiserlichen Yuanmingyuan-Park, der von den Herrschern der Ming-Dynastie (1368-1644) sowie der Qing-Dynastie (1644-1911) genutzt wurde.
Die Pläne der Universität stießen bei Pekinger Medien auf Kritik. Zwar hätten die Abrisse alter Häuser in der Stadt im vergangenen Jahrzehnt den Lebensstandard vieler Menschen verbessert, zugleich seien aber bedeutende Wahrzeichen der Stadt für immer zerstört worden, hieß es in der Zeitung "Beijing Times".
Vor allem der Abriss großer Teile der Pekinger Altstadt, in dessen Folge in den neunziger Jahren tausende Menschen umgesiedelt werden mussten, ist bis heute umstritten.
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