Studiengebühren: Unis halten Millionen zurück
VON DETLEV HÜWEL - zuletzt aktualisiert: 07.05.2009 - 21:32Düsseldorf (RPO). Etliche Fachhochschulen und Universitäten in NRW stecken das Aufkommen aus den Studiengebühren nicht zügig genug in die Verbesserung von Forschung und Lehre. Nach einer Abfrage des Wissenschaftsministeriums hatten Ende letzten Jahres 13 Einrichtungen mehr als ein Drittel der Mittel zurückbehalten. Insgesamt wurden allein 2008 rund 34 Millionen von 266 Millionen Euro nicht ausgegeben.
Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich um die Unis Bochum, Düsseldorf und Wuppertal sowie um die Fachhochschulen Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Südwestfalen, Köln, Niederrhein, Ostwestfalen und Geldern sowie um die Sporthochschule Köln.
Allein die „Hochschule Niederrhein“ (HN) hat 2007 und 2008 sechs Millionen Euro „angespart“, wie HN-Sprecher Rudolf Haupt bestätigt. Das Geld solle die Neueinstellung von 15 Professoren ermöglichen. Die HN betrachte die Gebühren wie einen Generationenvertrag. Ähnlich wie bei der Rentenkasse komme das Geld zukünftigen Studentengenerationen zugute.
Dafür hat das Land jedoch kein Verständnis: „So geht es nicht.“ Die Hochschulen dürften kein Polster anlegen, sondern müssten „zeitnah“ investieren, so das Wissenschaftsministerium. Auch der Hinweis auf neue Stellen überzeuge nicht, weil es dazu keiner Millionen bedürfe.
Die säumigen Unis müssen jetzt einen Verwendungsnachweis beibringen. Notfalls werden sie gezwungen, Geld zurückzuerstatten. Robert Kramer, Asta-Sprecher der FHNiederrhein, will mit der Hochschulleitung eine Lösung vereinbaren. „Die Option, lautstark auf dem Campus zu protestieren, bleibt uns aber erhalten.“
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