Umfrage in Thüringen: Viele Lehrer fürchten um ihre Gesundheit
zuletzt aktualisiert: 07.02.2006 - 18:48Erfurt (rpo). Dass die Arbeit als Lehrer hin und wieder ganz schön stressig werden kann, bestreitet wohl niemand. Die Lehrer in Thüringen sehen die Lage allerdings etwas ernster. Eine neuen Umfrage zufolge befürchten zwei Drittel der Pädagogen, dass ihr Job sie auf Dauer krank macht. Glaubt man der Statistik, liegen die Lehrer mit ihrer Einschätzung gar nicht so falsch.
Demnach ist bei 64 Prozent der Befragten die Gesundheit entweder durch Selbstüberforderung oder durch Resignation und "Burn Out" gefährdet. Bundesweit liegt diese Zahl bei 59 Prozent. Lehrer leiden dabei besonders unter Problemschülern, Stress und fehlender Anerkennung.
Nur 20 Prozent der Lehrer und 11 Prozent der Lehrerinnen in Thüringen glauben, dass ihre Kraft voraussichtlich bis zum Pensionsalter ausreichen werde. Im Vergleich zu anderen untersuchten Berufsgruppen mit ähnlichen psychosozialen Belastungen wie Pflegepersonal oder Polizisten seien Lehrer besonders gefährdet, erklärte Uwe Schaarschmidt vom Institut für Psychologie der Universität Potsdam.
Psychische und psychosomatische Probleme
Die Anzahl psychischer und psychosomatischer Erkrankungen sei bei Lehrern vier- bis fünf Mal so hoch wie bei den vergleichbaren Berufen. Andererseits gebe es in der Lehrerschaft eine deutlich geringere Zahl von Krankentagen.
Deutlich wurde in der Studie auch, dass sich Lehrer mit den immer schwierigeren Bildungs- und Erziehungsaufgaben allein gelassen und nur unzureichend dafür gerüstet fühlen. Als ein entlastender Faktor wird ein gutes soziales Klima vor allem im Kollegium eingeschätzt.
Von den knapp 27.000 Thüringer Lehrern beteiligten sich fast 5.000 an der Fragebogen-Aktion. Die am Dienstag vorgestellten Ergebnisse basieren auf der Auswertung von knapp 2.000 dieser Fragebögen. Die vollständige Auswertung soll Ende März 2006 abgeschlossen sein.
Bundesweit waren im Rahmen der Studie "Psychische Gesundheit im Lehrerberuf" in den vergangenen sechs Jahren etwa 8.000 Lehrkräfte aus zwölf Bundesländern in die Untersuchung einbezogen.
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