"Es geht nicht darum, wer den schönsten Socken strickt": Waldorfschulen fordern eigenes Abitur
zuletzt aktualisiert: 22.09.2004 - 12:52Stuttgart (rpo). Waldorfschüler sollen künftig nicht mehr das staatliche Abitur, sondern eine eigene Abschlussprüfung machen. Das fordert der Bund der Freien Waldorfschulen. Erste Entwürfe für ein solches Waldorf-Abitur gibt es bereits.
Der Geschäftsführer des Bundes der Freien Waldorfschulen, Walter Hiller, erklärte, an entsprechenden Vorschlägen werde gearbeitet. Dabei gehe es nicht darum, wer den schönsten Socken stricke, sondern um eine waldorfspezifische Prüfungsform. Es gebe in Deutschland 60 verschiedene Formen des Hochschulzugangs.
Nach Angaben von Hiller bereiten sich bislang die Waldorfschüler nach zwölf Jahren Unterricht ein weiteres Jahr lang auf das von staatlichen Pädagogen abgenommene Abitur vor, um die staatlich anerkannte Hochschulreife zu erhalten. Hiller erklärte, schwedische Waldorfabsolventen ohne externe Prüfung dürften nicht nur im eigenen Land studieren, sondern auf Grund einer europäischen Regelung auch an deutschen Universitäten.
Der Bund der Freien Waldorfschulen rechne allerdings mit starkem Widerstand von Seiten der Kultusministerien der Länder, hieß es. Für die Anerkennung des zukünftigen Waldorfabiturs solle aber mit allen Mitteln gekämpft werden. Zurzeit gehen rund 80.000 Schüler in 188 Waldorfschulen in Deutschland.
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