Studiengebühr zeigt Wirkung: Weniger Studenten an deutschen Unis
zuletzt aktualisiert: 29.11.2004 - 09:53Wiesbaden (rpo). Die Zahl der Studenten in Deutschland ist gesunken: Im gerade begonnenen Wintersemester haben sich 1,966 Millionen Studierende eingeschrieben, fast 54.000 oder drei Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders in Hessen und Nordrhein-Westfalen gibt es seit der Einführung von Studiengebühren deutlich weniger Studenten.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet, verbucht Nordrhein-Westfalen ein Minus von 16 Prozent, Hessen ein Minus von 14 Prozent. Beide Länder hatten im Sommersemester Studiengebühren für Langzeitstudenten eingeführt.
Die Zahl der Studienanfänger sank laut Statistikamt um 6 Prozent. Der Anteil der Studienanfänger an der gleichaltrigen Bevölkerung ist demnach sogar erstmals seit der Wiedervereinigung zurückgegangen. Die Studienanfängerquote für das Studienjahr 2004 betrug den Angaben zufolge 37,3 Prozent. Im Vorjahr hatte sie noch bei 38,9 Prozent gelegen. Allerdings liege die Quote für 2004 immer noch 12 Prozentpunkte über dem Wert von 1993, betonten die Statistiker. Der Anteil der Frauen an den Studierenden erreichte mit 47,9 Prozent einen neuen Höchstwert. Unter den Erstsemestern betrug er sogar 48,8 Prozent.
Weniger Informatiker
Besonders stark gefallen ist demnach die Zahl der Studienanfänger im Fach Informatik. Mit knapp 28.600 Erstsemestern zählten die Statistiker im Studienjahr 2004 zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. In der zweiten Hälfte der 90er Jahre war die Zahl der Neueinschreibungen in diesem Fach sprunghaft angestiegen. Aber auch andere technisch orientierte Studiengänge verzeichneten Rückgänge: So sank die Zahl der Erstsemester im Bereich Maschinenbau um 8 Prozent, im Bereich Elektrotechnik 10 Prozent. Im Bauingenieurwesen ging die Zahl um rund 13 Prozent zurück.
70 Prozent der Studenten waren an Universitäten oder vergleichbaren Hochschulen eingeschrieben, 29 Prozent an Fach- und Verwaltungshochschulen und 2 Prozent an Kunsthochschulen. Die Zahlen beruhen auf vorläufigen Ergebnissen.
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