Immer weniger ZVS-Fächer: Wildwuchs an Universitäten
VON EVA QUADBECK - zuletzt aktualisiert: 05.07.2007 - 10:41Berlin (RP). Studienanfänger in Deutschland haben es derzeit schwer, ihren Wunschplatz zu ergattern. Sie leiden unter einer Übergangszeit der politischen Regelungen. Während bis vor zwei Jahren die Numerus-Clausus-Fächer von der ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) verteilt wurden, gibt es heute reichlich Wildwuchs.
Bundesweit werden nur noch sechs Fächer von der ZVS vergeben. Nur an NRW-Universitäten sind es noch mehr. Für alle anderen Fächer müssen sich die Studenten direkt bei den Universitäten bewerben. Das war früher auch so. Doch damals war die Bewerbung um ein Nicht-ZVS-Fach eher Formsache: Antrag ausfüllen, abschicken, auf die Zusage warten. Bis vor zwei Jahren hatten die Universitäten und ihre einzelnen Fachbereiche noch keinen eigenen Numerus Clausus.
Durch Dschungel schlagen
Heute müssen sich die Studienbewerber durch einen Dschungel Uni-eigener Regelungen schlagen. An einigen Universitäten zählt nur die Abiturnote. An anderen Hochschulen werden die Studienbewerber zum Auswahlgespräch gebeten. Manche Universität wiederum bewertet Notendurchschnitt und Gesprächsergebnis, bevor ein Kandidat den Zuschlag erhält. Wegen dieser Unsicherheit bewerben sich viele Bewerber gleich an mehreren Universitäten. Dies wiederum führt dazu, dass auch die Hochschulen unter der Bewerber-Vielzahl ächzen. Das Bundesbildungsministerium kritisiert den Wildwuchs als „nicht sinnvoll“. Politisch zuständig sind aber die Länder.
Die Misere soll voraussichtlich ab dem Wintersemester 2008/2009 aufgehoben werden. Der Zusammenschluss der Bildungsminister der Länder, die Kultusministerkonferenz, will die ZVS von einer Vergabestelle in eine Service-Einrichtung in Form einer Stiftung des öffentlichen Rechts umbauen. Künftig soll die ZVS den Universitäten helfen, ihre Studenten auszusuchen. Die Vermittlungsstelle soll dann auch Doppelbewerbungen vermeiden.
Die ZVS gibt es seit 30 Jahren
Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) existiert seit mittlerweile gut 30 Jahren. Bei ihrer Gründung hatte sie als Hauptaufgabe, die Studienplätze für das erste Fachsemester an staatlichen Hochschulen in Verteilungsverfahren oder Auswahlverfahren zu vergeben.
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