Abitur 2007: Zentral-Abi leichter als erwartet
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 27.03.2007 - 11:11Düsseldorf (RP). Mit den Klausuren im Fach Deutsch startete am Montag das erste Zentralabitur in NRW. Die Aufgaben sind wohl tendenziell am unteren Rand der Schwierigkeitsskala.
Tag eins des ersten Zentralabiturs in Nordrhein-Westfalen ist für die 64.000 Prüflinge technisch reibungslos verlaufen und von den inhaltlichen Anforderungen her offenbar leichter gewesen, als von vielen erwartet.
Peter Silbernagel vom Philologen-Verband NRW: „Nach meinen Informationen waren die Aufgaben fair und angemessen gestellt. Mein Eindruck ist, dass man auf Nummer sicher gegangen ist und immer wieder gegengeprüft hat: Ist das machbar für die Schüler?“ Eine Stichproben-Befragung bei Abiturienten im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung bestätigt dieses Bild: Die Schüler attestierten den Aufgaben, dass sie gut zu bewältigen oder zum Teil sogar einfacher waren als die bisherigen Klausuren im Deutschunterricht.
Beobachter vermuten, dass der erste Jahrgang im Zentralabitur faktisch eine Art Bonus erhält. Hintergrund: Die Landesregierung hat ein Interesse an ordentlichen Ergebnissen, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, ihre Schulreformen auf dem Rücken der Schüler und zu deren Schaden übereilt eingeführt zu haben.
Anforderungen sollen steigen
Von einem regelrechten Bonus will Philologen-Chef Silbernagel allerdings nicht sprechen - zumal man erst am Beginn des Abiturs stehe. Er hält es wohl für möglich, dass die Anforderungen - aufbauend auf den Erfahrungen des ersten Durchgangs - künftig etwas höher werden. Insgesamt aber, so betont er, müsse das Zentralabitur keineswegs schwieriger sein als die alte, dezentrale Prüfungsform, in der jede Schule selbst die Aufgaben wählte. „Das Zentralabitur ist kalkulierbarer, so dass man sich gut darauf vorbereiten kann. Das hört man auch aus den anderen Bundesländern mit Zentralabitur.“ Für NRW etwa stehe bereits fest, dass ab 2009 in der Oberstufe in Deutsch Christa Wolfs „Kassandra“, Fontanes „Effi Briest“, Schillers „Don Carlos“ und Lessings „Nathan der Weise“ auf dem Programm stehen.
Sommer ist erleichtert
NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) zeigte sich gestern erleichtert über den reibungslosen Start. Sie ermunterte Gesamtschulen und Gymnasien, bei guten Ergebnissen im Zentralabitur für die eigene pädagogische Arbeit zu werben. „Wichtig für eine einzelne Schule ist, dass sie sagen kann: Wir haben sehr gut im Zentralabitur abgeschnitten, und das dann auch auf ihrer Homepage präsentieren kann.“ Hintergrund ist das Bestreben der Landesregierung, über das Zentralabitur mehr Vergleichbarkeit zu ermöglichen und darüber den pädagogischen Wettbewerb der Schulen anzuregen.
Die erste Abitur-Woche im Überblick
Dienstag Informatik, Technik, Ernährungslehre.
Mittwoch Englisch
Donnerstag Latein
Freitag Kunst, Musik, Erdkunde, Erziehungswissenschaft, Geschichte, Philosophie, Psychologie, Recht, Sozialwissenschaften, Religion, Sport.
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