Nasa kommentiert Hollywood-Film: Die Maya und der Weltuntergang 2012
zuletzt aktualisiert: 09.11.2009 - 13:07Düsseldorf (RPO). Eigentlich dürften Sie diese Zeilen gar nicht mehr lesen können, denn glaubt man verschiedenen Theorien, müsste die Welt längst untergegangen sein. Jetzt hat Hollywood wieder einen Film über das Ende der Erde gedreht. Hintergrund ist eine Überlieferung der Maya, dass 2012 die Zeitrechnung enden soll. Anlass genug für die Nasa, ein Machtwort zu sprechen.
In Roland Emmerichs Endzeitdrama „2012“ geht mit viel Getöse die Welt unter. Der Hollywood-Film ist eine gigantische Zerstörungsorgie mit Flutwellen, Erdbeben, Vulkanausbrüchen. Und eine anrührende Rettung gibt es natürlich auch. Diesmal ist es eine Überlieferung der Maya, die Ausgangspunkt für den Plot ist. Denn der Kalender des mittelamerikanischen Volkes endet angeblich 2012, vermutlich am 21. Dezember.
Wann genau sich die Menschheit nun verabschieden muss, steht natürlich nicht fest, den die Zeitrechnung der Maya ist nicht exakt mit unserem heutigen, Gregorianischem Kalender in Einklang bringen lässt. Auch was genau an dem ominösen Datum passiert, konnte uns die frühe Hochkultur nicht überliefern. Und so tummeln sich auf Basis der historischen Fakten wieder allerlei Verschwörungstheoretiker und Weltuntergangs-Propheten.
"2012" kommt am Donnerstag in die deutschen Kinos.
Nasa gibt Entwarnung
Der bevorstehende Start des Weltuntergangsfilms hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa zu einem außergewöhnlichen Schritt veranlasst: In einer Stellungnahme auf ihrer Website dementierte die Nasa weit verbreitete Verschwörungstheorien, wonach am 21. Dezember 2012 die Erde mit einem Planeten namens Nibiru kollidieren und untergehen wird. "Diese Behauptungen sind durch keinerlei Fakten gerechtfertigt", erklärte die Nasa. Wenn sich tatsächlich ein Planet auf Kollionskurs zur Erde befände, "hätten Astronomen ihn schon seit mindestens zehn Jahren verfolgt, und mittlerweile wäre er mit bloßem Auge sichtbar".
Glaubwürdige Wissenschaftler rund um die Welt hätten keinerlei Erkenntnisse über eine wie auch immer geartete Bedrohung im Zusammenhang mit dem Jahr 2012. "Unserem Planeten ist es in den vergangenen vier Milliarden Jahren wohl ergangen", und es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich das in naher Zukunft ändern werde. Zwar treibe ein Zwergplanet namens Eris durchs all, doch er werde sich der Erde nicht auf weniger als 6,4 Milliarden Kilometer nähern.
Zahlreiche Internet-Seiten und Bücher beschäftigen sich mit Weltuntergangsszenarien im Zusammenhang mit dem Jahr 2012. Ursprünglich hatten Theoretiker das Ende der Welt bereits für Mai 2003 vorausgesagt - als nichts passierte, wurde das Datum auf die Wintersonnenwende 2012 verschoben, die angeblich nach einem alten Kalender der Maya zeitgleich mit einer seltenen Planetenkonstellation das Ende eines Zyklus markiert.
Die Nasa betonte, der Maya-Kalender ende keinesfalls mit dem 21.12.2012, sondern direkt danach beginne ein neuer Zeitabschnitt. Auch außergewöhnliche Planetenkonstellationen seien in den nächsten Jahren nicht abzusehen - und selbst wenn es sie gäbe, wäre ihre Auswirkung auf die Erde "vernachlässigbar".
Hochkultur mit Astronomie und Mathematik
Die Hochkultur der Maya hatten ihre Blütetzeit rund 700 bis 900 n. Chr. Das Volk lebte in Mittelamerika, dem heutigen Gebiet von Süd- und Südost-Mexiko (Yucatán) sowie in Teilen von Guatemala, Honduras und Belize. Die Maya hatten eine hochentwickelte Kultur, zu der neben Handwerk, Kunst, Architektur auch Mathematik und Astronomie gehörten. Daraus entstand der detaillierte Kalender, der angeblich im Jahr 2012 enden soll – manche sagen am 21. Dezember, andere am 23. Dezember.
Und da die Maya bereits genaue Kenntnisse über bestimmte Phänomene hatten - etwa über die Beschaffenheit der Erdachse, die erst viel später erforscht wurde, zukünftige Mond- und Sonnenfinsternisse – gehen manche Menschen davon aus , dass das Datum nicht zufällig gewählt ist. Sie sind sicher: An diesem Tag wird etwas passieren, das die Welt grundlegend verändert.
Dabei reichen die Vorstellungen, die mit dem Jahr 2012 verbunden werden, von Weltuntergangszenarien durch Umweltkatastrophen über Besuche von Aliens bis hin zu religiös geprägten Erleuchtungsvisionen. Die Internetseite 2012fakten.de hat Hintergründe über die Maya-Kultur, den Kalender und solche gängigen Theorien anschaulich zusammengefasst.
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