In der Karibik: Expedition entdeckt versunkene Inseln
zuletzt aktualisiert: 10.05.2010 - 12:11Greifswald (RPO). In der Karibik gab es vor 40 bis 50 Millionen Jahren vermutlich deutlich mehr Inseln als heute. Reste von ihnen haben deutsche Wissenschaftler nach eigenen Angaben während einer Tiefseeexpedition im April entdeckt.
Die Experten hatten während ihrer sechswöchigen Untersuchungen an Bord des deutschen Forschungsschiffs "Meteor" in der Meeresregion zwischen Venezuela und den großen Antillen-Inseln Gesteinsproben aus mehr als 1000 Metern Tiefe geborgen und analysiert, wie die Universität Greifswald am Montag mitteilte.
Die Experten hatten zunächst mit einem Fächerecholot den Meeresboden vermessen und dabei deutliche Abweichungen von bislang vorhandenen Seekarten festgestellt. Manche unterseeischen Berge, die auf den Karten eingetragen seien, gebe es überhaupt nicht mehr, sagte der Greifswalder Geologieprofessor Martin Meschede. Andererseits sei man in flach ausgewiesenen Gebieten auf gebirgige, bis 1000 Meter große Erhebungen gestoßen.
Die größte Überraschung brachten Proben, die mit einem Stahlkorb aus der Tiefe geholt wurden. In der sogenannten Dredge, die an einem mehrere Kilometer langen Stahlseil hinabgelassen und über den Meeresboden geschleift wurde, entdeckten die Forscher Gesteine, die eigentlich nur in sehr geringen Wassertiefen vorkommen. "Wir fanden Reste von Korallen, Schnecken und Rotalgenknollen, die nur in lichtdurchfluteten oberen Bereichen des Meeres vorkommen", sagte Meschede.
Die Experten werten den Fund als einen Beleg dafür, dass die submarinen Berge, deren Gipfel heute in 800 bis 1000 Metern Tiefe liegen, ehemals als Inseln im Karibischen Meer zu sehen waren. Die vor 40 bis 50 Millionen Jahren auf einer vulkanisch entstandenen Basalt-Plattform gewachsenen Riffe waren mit dem Absinken der ozeanischen Kruste allmählich abgestorben.
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