Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Nicht verwenden!!!
  Foto: Brett Eloff/Lee Berger/University of Witwatersrand/dapd
Kommentare ()

1,98 Millionen Jahre alte Knochen: Forscher identifizieren möglichen Urvater

zuletzt aktualisiert: 08.09.2011 - 20:34

Washington (RPO). Der vor 1,98 Millionen Jahren in Südafrika lebende Vormensch Australopithecus sediba könnte möglicherweise der Vorfahre aller Menschen der Gattung Homo gewesen sein. Darauf deuten gleich mehrere aktuelle Studien hin.

Skelett der rechten Hand des Vormenschen Australopithecus sediba im Vergleich zur Hand eines modernen Menschen.  Foto: Peter Schmid/Lee Berger/University of Witwatersrand/dapd
Skelett der rechten Hand des Vormenschen Australopithecus sediba im Vergleich zur Hand eines modernen Menschen. Foto: Peter Schmid/Lee Berger/University of Witwatersrand/dapd

Ein internationales Forscherteam hatte Schädel und Skelett des Australopithecus sediba einer umfassenden Untersuchung unterzogen. Ihre Ergebnisse liefern Indizien dafür, dass Australopithecus sediba weitaus moderner war als die etwa zur gleichen Zeit lebenden Vormenschen Homo habilis und Homo rudolfensis. Gleich fünf jetzt im Fachmagazin "Science" veröffentlichte Studien weisen darauf hin, dass er ein möglicher Vorfahre unserer Gattung ist.

"Die zahlreichen fortgeschrittenen Merkmale des Gehirns und des Körpers in Verbindung mit seinem hohen Alter machen ihn zum wahrscheinlich besten Kandidaten für den Vorfahren unserer Gattung Homo - besser noch als frühere Entdeckungen beispielsweise des Homo habilis", sagt Projektleiter Lee Berger von der University of the Witwatersrand in Johannesburg. So hätten die Fossilien Anzeichen für ein überraschend modernes, aber kleines Gehirn geliefert. Die Hand des Australopithecus sediba sei ähnlich gut entwickelt wie beim Homo sapiens. Der Vormensch habe auch ein sehr menschenähnliches Becken besessen, berichten die Forscher.

Relikte stammen von halbwüchsigem Jungen und erwachsener Frau

Die jetzt untersuchten Australopithecus sediba-Fossilien stammen von einem etwa 10 bis 13 -jährigen Jungen und einer etwa 30-jährigen Frau. Sie wurden im Jahr 2008 in Malapa nördlich von Johannesburg entdeckt. Damals nur grob datiert, hat die neue Studie das Alter dieser Relikte nun präzisiert und auf 1,977 Millionen Jahre bestimmt.

Durch Vermessung der Schädelknochen ermittelten die Forscher das Gehirnvolumen von Australopithecus sediba. Mit 440 Kubikzentimetern sei sein Gehirn vermutlich relativ klein gewesen, es hätte aber bereits eine relativ moderne Form gehabt. Vor allem im Vorderhirn habe man Hinweise auf eine Entwicklung hin zu einer menschenähnlicheren Struktur gefunden.

Hand war schon zu Präzisionsgriff fähig

Auch die Hand des Australopithecus sediba erwies sich als sehr fortschrittlich, sagen die Forscher. Mit ihren relativ kurzen Fingern und einem sehr langen Daumen sei sie noch menschenähnlicher als die von Homo habilis gewesen. Die Wissenschaftler vermuten, dass Australopithecus sediba mit dieser Hand bereits Werkzeuge herstellen und nutzen konnte und auch zu einem menschenähnlichen Präzisionsgriff fähig war.

"Die Hand ist eines der sehr speziellen Merkmale der menschlichen Stammeslinie, sie unterscheidet sich deutlich von der Hand der Affen", sagt Koautorin Tracy Kivell vom Max Planck Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Direkter Vorfahre des ersten gesicherten Homo unklar

Die aktuellen Erkenntnisse über den Australopithecus sediba werfen ein neues Licht auf die Entstehung des Homo erectus, des ersten gesichert zur Gattung Homo gehörenden Frühmenschen, sagen die Forscher. Bisher sei unklar gewesen, ob die beiden etwa zeitgleich vor rund 1,9 Millionen Jahren lebenden Arten Homo rudolfensis und Homo habilis als direkte Vorfahren in Frage kämen.

"Zusammengefasst betrachtet, präsentieren alle drei Arten Australopithecus sediba, Homo habilis und Homo rudolfensis körperliche Merkmale, die eine Entwicklung hin zum Typ des Homo andeuten", sagen die Forscher. Alle drei Formen bildeten dabei ein Mosaik aus Anpassungen, die es auch zukünftig erschweren könnten, den wahren Vorfahren des Homo erectus zu identifizieren.

Quelle: DAPD/felt

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung. Beachten Sie
dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Mini-Frosch und Affe mit blauem Hintern

Top 10 der skurrilsten Arten

Mini-Frosch und Affe mit blauem Hintern

Zu den eigenartigsten Entdeckungen des letzten Jahres gehören ein winziger Frosch und ein Affe mit leuchtend blauem Geschlechtsteil. mehr 

Europa baut Asteroiden-Warnsystem aus

Angst vor Kollisionen

Europa baut Asteroiden-Warnsystem aus

Europa baut sein Warnsystem aus, um gefährliche Himmelskörper mit Kollisionskurs auf die Erde so früh wie möglich erkennen zu können. mehr 

mehr Wissen
Aus der Region

Top 10 der skurrilsten Arten

Mini-Frosch und Affe mit blauem Hintern

Der doppelte Abi-Jahrgang kommt

Mehr Studenten sorgen für Geldnot an Unis

Videos

Video

Vorgestellt: Nashorn Kibibi aus dem Krefelder Zoo

Kibibi ist zwei Jahre alt und lebt im Krefelder Zoo. Doch lange kann sie dort nicht mehr bleiben, denn ihre Mutter ist erneut schwanger. ... mehr 

Steigende Meerespegel bedrohen Touristen-Paradies in Senegal

Früher war Ameth Diagne Dorfchef, hier an Senegals Nordküste. Aber jetzt ist sein Haus überflutet. Das ganze Dorf, in dem 800 Menschen ... mehr 

Top-Services
 
Jetzt Fan werden!

Werden Sie jetzt Facebook-Fan von RP ONLINE und verpassen Sie keine News mehr.

Jetzt Facebook-Fan werden von RP ONLINE