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Neue Messanlagen: Bundesnetzagentur bekämpft Elektrosmog

zuletzt aktualisiert: 19.03.2007 - 16:46

Bonn (RPO). Die Bundesnetzagentur geht im Kampf gegen den Elektrosmog von Mobilfunkmasten und anderen Sendeantennen in die Offensive. Mit zwölf vollautomatischen Messanlagen will die Agentur den Elektrosmog zerstreuen und die Sorgen der Bürger aus der Welt schaffen.

Matthias Kurth hat am Montag in Bonn die neuen Messgeräte der Bundesnetzagentur erläutert.  Foto: ddp, ddp
Matthias Kurth hat am Montag in Bonn die neuen Messgeräte der Bundesnetzagentur erläutert. Foto: ddp, ddp

Die neuen Geräte ermöglichen erstmals eine Dauermessung über einen längeren Zeitraum, wie der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, am Montag in Bonn erläuterte. Die Strahlungswerte werden auf den Seiten der Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.deemf.bundesnetzagentur.de) für Jedermann zugänglich rund um die Uhr im Internet veröffentlicht.

Kurth betonte, von Antennenanlagen wie zum Beispiel Mobilfunkmasten gingen im Regelfall keine Gesundheitsgefahren aus. Die in der Bundesimmissionsschutzverordnung festgelegten Grenzwerte für elektromagnetische Felder (EMF) würden, wie mehr als 9000 Prüfungen durch Messfahrzeuge schon bisher ergeben hätten, meist nur zu zwei bis fünf Prozent ausgeschöpft.

Mit den neuen automatischen Stationen wolle die Bundesnetzagentur nun aber auch Befürchtungen entgegentreten, die Sendeleistungen würden wieder angehoben, sobald der Messwagen außer Sicht sei. Daneben würden weiterhin jährlich etwa 2000 Untersuchungen durch Messfahrzeuge geleistet.

Anlagen kosten jeweils 65.000 Euro

Die neuen Anlagen wurden nach Vorgaben der Bundesnetzagentur entwickelt. Zum Stückpreis von etwa 65.000 Euro liefern sie stündlich EMF-Messwerte, die unmittelbar per Internet abfragbar sind. Die vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben die Stationen mit 1,2 Millionen Euro finanziert. Sie hätten aber keinen Einfluss auf die Konzeption und die Realisierung des Projekts nehmen können, um Zweifel an der Neutralität und Objektivität der Messungen von vorneherein auszuschließen, unterstrich Kurth.

In Deutschland gibt es nach Angaben der Bundesnetzagentur etwa 65.000 Sendeanlagen für Rundfunk und Fernsehen, Taxifunk, Sicherheitsbehörden, vor allem aber für den Mobilfunk. Dazu kommen die Sender von etwa 45.000 aktiven Funkamateuren. Nur in einzelnen Fällen, zum Beispiel bei sehr starken Kurzwellensendern, habe die Behörde bisher abgezäunte Sicherheitszonen einrichten lassen müssen. Gerade bei Mobilfunkstationen sei die elektromagnetische Strahlung dagegen ohnehin sehr gering.

Dennoch gebe es immer noch eine teils sehr emotionale Diskussion über Gefahren der Strahlung. Die Bundesnetzagentur wolle durch die neuen automatischen Messgeräte zu mehr Transparenz und zu einer Versachlichung der Auseinandersetzung beitragen, erklärte Kurth. Besorgte Bürger könnten sich an das jeweilige Umweltministerium des Landes wenden, um ein- bis zweimonatige Messungen beispielsweise in der Nähe von Kindergärten oder Schulen zu veranlassen.

Sieben der neuen Messgeräte sind bereits im Einsatz: zwei in Bonn, je eine in Berlin, Hamburg, Karlsruhe, Mainz und Moers. Fünf weitere Stationen sind im Aufbau. Die Länder könnten aber auch selbst die neu entwickelten Messgeräte anschaffen, sagte Kurth. Das System der Bundesnetzagentur sei so ausgelegt, dass auch die Daten von weiteren Stationen in die Internetseite aufgenommen werden könnten.

Die Grenzwerte für Funkanlagen seien von Experten und internationalen Gremien so festgelegt, dass selbst in unmittelbarer Nähe zum Sendemast keine Gefahr bestehe, betonte Kurth. Die Strahlung nehme zudem im Quadrat der Entfernung zum Sender ab. Die Bundesnetzagentur sei für die Höhe der Grenzwerte nicht verantwortlich. Ihre Aufgabe sei es, die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen.

Quelle: ap

 
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