Das ist der LHC, der "Large Hadron Collider". Der Teilchenbeschleuniger befindet sich ungefähr 100 Meter unter der Erde, und durchläuft mit einem Durchmesser von 27 Kilometern Teile der Schweiz und Frankreich.
Auf diesem Schema sind die einzelnen Elemente des Experimentes abgebildet. Am Teilchenbeschleuniger-Ring befinden sich verschiedene Stationen, die die Kollisionen auf unterschiedliche Bestandteile hin untersuchen sollen. Seit neun Uhr läuft das Experiment.
Die Protonen werden mit Magneten fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Hier überprüft eine Ingenieurin einen der Magneten, die mit Hilfe von flüssigem Helium auf -271 °C runtergekühlt werden.
Zu den beiden größten Experimenten zählt zum einen ALICE (A Large Ion Collider Experiment). Es untersucht das Quark-Gluon-Plasma, sofern es bei den Kollisionen entsteht. Dieses Plasma soll auch kurz nach dem Urknall existiert haben. Bisher ist es Wissenschaftlern jedoch nicht gelungen, dieses zu entdecken.
Protonen und Neutronen bestehen aus "Quarks", die wiederum von Gluon-Partikeln zusammen gehalten werden. Diese Verbindung ist jedoch so stark, dass Quarks nie isoliert werden konnten. Die Temperatur, die bei den Kollisionen entsteht, soll 100000 Mal höher sein als im Inneren der Sonne. Dies würde die Verbindungen zum Schmelzen bringen. ALICE soll anschließend das Quark-Gluonen-Plasma untersuchen, während es sich ausdehnt und abkühlt. Die Forscher wollen so nachvollziehen, wie Partikel entstehen, aus denen die übliche Materie besteht.
Die Time Projection Chamber des ALICE-Detektors bestimmt hauptsächlich die Bahn, in der sich die Teilchen bewegen.
ATLAS (A Toroidal LHC ApparatuS) ist ein weiterer Bestandteil des LHC. Er wird eine große Bandbreite von physikalischen Erscheinungen untersuchen, die bei den Kollisionen auftreten. So soll ATLAS auch das Higgs-Teilchen entdecken.
Peter Higgs, hier links im Bild, ist sich sicher, dass sein theoretisch begründetes Teilchen entdeckt werden wird. Dies sagte er in einem Gespräch mit der Zeit.
Der CMS (Compact Muon Solenoid) wird, wie ATLAS, die Ergebnisse des Teilchen-Crashs betrachten, jedoch auf spezifische Erscheinungen hin. So soll er das Higgs-Boson entdecken und das Resultat der Kollision schwerer Ionen verfolgen.
Der CMS ist um einen so genannten Solenoidmagneten herum gebaut, einer Zylinderspule. Diese erzeugt ein Magnetfeld, welches viermal so groß ist wie das der Erde.
Der LHCb (Large Hadron Collider beauty) soll helfen zu verstehen, warum wir in einem Universum leben, welches fast vollständig aus Materie, ohne jeglicher Antimaterie, besteht.
Der LHCb ermittelt die Unterschiede zwischen Materie und Antimaterie, indem er einen bestimmten Partikeltypen mit dem schönen Namen "beauty quark" untersucht.
TOTEM (TOTal Elastic and diffractive cross section Measurement) ist ebenfalls spezialisiert auf die Beobachtung einzelner Aspekte. Dazu benutzt er acht Vakuum-Kammern, die sich paarweise an vier Stellen des LHC befinden.
Seit dem 10. September, neun Uhr, werden die ersten Protonen- und Ionenströme durch den LHC gejagt.
Die Begeisterung ist groß - schließlich warteten die Teilchenphysiker seit vielen Jahren auf diesen Augenblick.
Jetzt beginnt erst die Arbeit für die Wissenschaftler.
Geschäftiges Treiben herrscht seit dem Morgen in der Zentrale.
Der britische Projektleiter Lyn Evans gibt seine Anweisungen.
Gespannt wartet man nun auf die ersten Ergebnisse.
Hier überwachen die Physiker das ATLAS-Experiment.
"Beam 1 (A)" steht auf einem Bildschirm - damit ist ist der erste Protonenstrahl gemeint, der durch den LHC geleitet wird.