Auf der Suche nach Überlebenskünstlern: Deutsche erforschen die antarktische Tiefsee
zuletzt aktualisiert: 06.01.2012 - 19:30Frankfurt/Main (RPO). Licht ins Dunkel der antarktischen Tiefseetierwelt wollen drei Wissenschaftlerinnen des Senckenberg Forschungsinstituts bringen. Am Samstag legt das deutsche Forschungsschiff "Polarstern" mit über 50 Wissenschaftlern an Bord von Kapstadt in Richtung Südpol ab.
Auf ihrer zweimonatigen Expedition ins Weddellmeer der Antarktis werden sie die Lebensweisen von Glasschwämmen und Meerasseln untersuchen, teilte die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung am Freitag mit.
"Wir möchten herausfinden, in welcher Beziehung die Lebewesen am Boden der Tiefsee zur biologischen Produktivität im Wasser stehen", umriss die Meeresbiologin Dorte Janussen aus Frankfurt ihre Mission. Sie untersucht Glasschwämme, die seit ungefähr 600 Millionen Jahren existieren und damit zu den ältesten mehrzelligen Lebewesen gehören. Sie leben hauptsächlich auf dem Meeresboden in nährstoffarmen Wassertiefen von 1000 bis 4000 Metern. Sie ernähren sich von kleinen Krebsen, Shrimps, Larven oder abgestorbenen Algen, die sie aus dem Wasser filtern. Ihre Ausscheidungen geben sie wieder in die See ab.
Besonders interessiert die Forscherin das Zusammenleben mit Bakterien: Diese nehmen die Ausscheidungen der Glasschwämme auf, können selbst aber auch wieder Nahrungsquelle der Schwämme sein, erklärte die Meeresbiologin des Senckenberg Forschungsinstituts, Daniela Henkel, am Freitag in Frankfurt. Beide Lebewesen könnten also in einer Art Symbiose aufeinander angewiesen sein.
Zwei Forscherinnen aus Hamburg untersuchen die Lebensweise von Meerasseln, die auch in der Tiefsee überleben können. Die Expedition endet am 11. März 2012 in der chilenischen Hafenstadt Punta Arenas.
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