Überschätzte Energiestöße vom Himmel: Warum es keine Blitzkraftwerke gibt
zuletzt aktualisiert: 27.08.2010 - 12:46Soest (RPO). Grelles Licht, Donner und manchmal sogar lodernde Flammen: Die Gewalt eines Blitzes hat die Menschen schon immer beeindruckt - die Energie hinter diesem Phänomen scheint wahrhaft göttlich zu sein. Doch warum nutzt der Mensch diese himmlische Energie nicht zur umweltfreundlichen Stromgewinnung in Blitzkraftwerken?
"In einem Blitz steckt weit weniger Energie, als viele Menschen annehmen", sagt Jan Meppelink vom Fachbereich für Elektrische Energietechnik der Fachhochschule Südwestfalen in Soest. Seine enorme Zerstörungskraft erhält der Blitz nur dadurch, dass beim Einschlag die Energie in extrem kurzer Zeit frei wird.
"Würde man die elektrische Energie eines Blitzes dagegen über einen langen Zeitraum gleichmäßig verbrauchen, wäre die Leistung sehr schwach - damit könnte man gerade mal ein Ei kochen", sagt Meppelink.
Ein Großteil der Energie geht schon beim Blitzschlag selbst verloren. Das macht dieses Himmelsspektakel für uns so eindrucksvoll: Im Blitzkanal wird die elektrische Energie in Wärme, Licht und Druckwellen umgewandelt. Am Einschlagsort bleibt dadurch nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Energie übrig.
Abgesehen von der schwachen Leistung wären Blitze auch eine sehr unzuverlässige Energiequelle: Weltweit gibt es zwar ständig Gewitter und nach Schätzungen täglich bis zu 30 Millionen Blitze, aber wo und wann sie auftreten, ist nicht vorhersagbar. "Pro Quadratkilometer schlagen in Deutschland im Durchschnitt beispielsweise nur etwa drei bis vier Blitze im Jahr ein", sagt Meppelink.
Ein Blitzkraftwerk wäre somit die meiste Zeit über arbeitslos und wenn tatsächlich mal ein Blitz einschlagen würde, könnte es sich mit der erhaltenen Energiemenge nicht einmal selbst ausreichend versorgen.
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