Anteil erneuerbarer Energien EU-weit insgesamt bei zwölf Prozent: Wasserkraft größte Quelle für Ökostrom in Europa
zuletzt aktualisiert: 13.09.2004 - 13:57Berlin (rpo). Wasser ist zum Waschen da, heißt es in einem Lied. Auch zum Zähneputzen, so die weitere Information, kann man es benutzen. So weit, so gut - doch ein entscheidender Hinweis fehlt: Aus Wasser lässt sich auch trefflich Energie gewinnen. In der Europäischen Union ist Wasser inzwischen die wichtigste Quelle für Ökostrom.
Wie der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) in Berlin mitteilte, wurden im vergangenen Jahr EU-weit rund 277 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Wasserkraft erzeugt. Das waren gut neun Prozent der Stromproduktion in den 25 Mitgliedstaaten der EU, wie es weiter hieß.
Insgesamt komme die Stromproduktion aus Wasser, Wind, Biomasse, Müll und Sonnenenergie in der EU auf 363 Milliarden Kilowattstunden oder einen Anteil von zwölf Prozent. In Deutschland habe der entsprechende Wert bei acht Prozent gelegen. Überhaupt keinen Ökostrom gebe es nur in Malta, Estland und Zypern.
Das Wasserkraftangebot in den einzelnen Ländern hängt nach Angaben des Branchenverbandes vor allem von Landschaft und Klima ab. Besonders günstige Bedingungen gebe es in gebirgsreichen Ländern. So habe Frankreich mit rund 58 Milliarden Kilowattstunden den höchsten Anteil an Wasserkraftproduktion in der EU. In Schweden sind es rund 53 und in Spanien etwa 40 Milliarden.
Im Alpenland Österreich sowie in Lettland stammt den Angaben zufolge sogar über die Hälfte der Stromerzeugung aus Wasserkraft. Im landschaftlich vergleichsweise benachteiligten Deutschland sei das Potenzial der ältesten Stromerzeugungsart weitgehend erschlossen. Hier wurden laut VDEW 2003 rund 20 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Wasserkraft gewonnen worden.
Andere erneuerbare Quellen wie Wind, Biomasse, Müll und Sonnenenergie lieferten in der EU mit 86 Milliarden Kilowattstunden knapp drei Prozent der Erzeugung. Hier liegt Deutschland hingegen vorn: Rund 25 Milliarden Kilowattstunden oder etwa fünf Prozent der deutschen Stromerzeugung stammten nach diesen Angaben im vergangenen Jahr aus diesen Energiequellen. Auf die Windkraft entfielen dabei in Deutschland etwa zwölf Prozent der Kraftwerksleistung, aber nur drei Prozent der Stromerzeugung.
Für die staatliche Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien zahlten die deutschen Stromkunden 2003 rund 1,9 Milliarden Euro, wie der VDEW ermittelte.
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