Experten nennen das Fach unerbittlich: Jeder dritte Schüler hat Angst vor Mathematik
VON FRANK VOLLMER - zuletzt aktualisiert: 04.12.2009 - 07:42Düsseldorf (RP). Mathematik ist für viele Schüler in Deutschland ein Angstfach – 35 Prozent der Schüler ab Klasse fünf fürchten sich regelmäßig vor Mathe-Arbeiten. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Studie für die Stiftung Rechnen, in der unter anderem der Klett-Verlag und die Bank Comdirect vertreten sind.
Jeder Sechste hat demnach auch Angst vor dem Mathe-Unterricht. Bei Mädchen ist die Angst verbreiteter als bei Jungen. 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen gaben an, zuletzt in Mathematik mit der Note Vier oder schlechter benotet worden zu sein.
Nur rund die Hälfte aller Eltern sagte, ihr Kind könne dem Mathe-Lehrstoff in der Schule ohne Probleme folgen. 30 Prozent räumten ein, Schwierigkeiten beim Kontrollieren der Mathe-Hausaufgaben ihres Kindes zu haben. Gleichzeitig sagten aber 89 Prozent der Schüler und 95 Prozent der Erwachsenen, rechnen zu können sei wichtig für die Zukunft.
Die Berührungsängste mit Mathematik seien teilweise der "Unerbittlichkeit" des Fachs geschuldet, das nur richtige oder falsche Lösungen kenne, sagte Günter Ziegler von der Deutschen Mathematiker-Vereinigung unserer Zeitung. Ziegler ist Professor für Mathematik in Berlin. Zudem sei die Vermittlung im Mathe-Unterricht "flächendeckend immer noch sehr schlecht".
Nötig seien mehr Lehrerfortbildungen und höhere Zeitkontingente für Mathematik in den Lehrplänen der Schulen. Bildungsreformen wie die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre erschwerten das jedoch.
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