Zuckeranteil bei bis zu 50 Prozent: Kinderlebensmittel: "Extrawürste" oft zu süß, zu fett und teuer
zuletzt aktualisiert: 24.06.2003 - 13:50Düsseldorf (rpo). Verbraucherschützer raten Eltern von speziellen "Kinderlebensmitteln" ab. Diese "Extrawürste" seinen meist zu fett oder zu süß und eigentlich immer zu teuer.
Das geht aus einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hervor. In einigen Kinderlebensmitteln liege der Zuckeranteil bei 50 Prozent, teilte die Ernährungsexpertin Ursula Tenberge-Weber am Dienstag in Düsseldorf mit. Da wundere es nicht, dass jedes fünfte Kind in Deutschland übergewichtig oder fettsüchtig sei.
So habe die Zeitschrift Öko-Test in 100 Gramm "Rheingold Happy Joghurt" mit einrührbaren "M & M's Minis" mehr als 18 Gramm Zucker entdeckt. Das entspreche laut Tenberge-Weber sieben Stück Würfelzucker in einer Tasse Tee. Auch im "Knister Spaß" von Ehrmann, den "Fruchtzwergen" von Danone sowie dem Mixgetränk "Qoo" stecke Zucker satt.
Auf dem Etikett fehlt dagegen oftmals der Hinweis auf den exakten Zuckergehalt. Nur ein Blick auf die Zutatenliste hilft: Wenn in Schokocreme 36 Prozent gesunde Haselnüsse beworben werden, die Zutatenliste aber mit Zucker beginnt, liegt dessen Anteil auf jeden Fall bei mehr als 36 Prozent, so die Verbraucherschützer.
"Zudem sind diese Produkte in der Regel teurer als die normalen Varianten", erläuterte Tenberge-Weber. So kosteten beim Testeinkauf 80 Gramm "Bärchenwurst" 99 Cent, während daneben 200 Gramm Geflügelmortadella mit Pistazien für lediglich 55 Cent angeboten wurde.
Die Verbraucherschützer kritisierten aber auch die Verkaufsstrategien der Hersteller. Mit Comics, Stickern, Sammelfiguren und aufwendigen Verpackungen lockten sie insbesondere junge Kunden. Mittlerweile verlangten die Kinder ganz bewusst diese Produkte. "Dabei brauchen Kinder keine Extrawurst, weder eine fette noch eine süße", betonte Tenberge-Weber.
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