Studie: Kleintiere stoppten Napoleons Armee
zuletzt aktualisiert: 04.01.2006 - 07:13Paris (rpo). Dass die Grande Armée von Napoleon Bonaparte bei ihrem Russland-Feldzug kläglich scheiterte, ist bekannt. Unbekannt war bis jetzt jedoch eine der Hauptursachen für den Misserfolg. Glaubte man bislang, Hunger, Kälte und Verwundungen hätten die französischen Soldaten scheitern lassen, fanden Forscher jetzt heraus, dass Kleintiere einen nicht unerheblichen Beitrag dazu leisteten.
30 Prozent der in einem Massengrab nahe der litauischen Hauptstadt Vilnius gefundenen Soldaten der napoleonischen Armee starben an Krankheiten, die von Läusen übertragen wurden, wie aus einer Studie eines Teams des Nationalen Französischen Wissenschaftszentrums hervorgeht, die in der Januar-Ausgabe des "Journal of Infections Diseases" veröffentlicht wurde.
Die Forscher hatten dazu Proben von Kleidung und Zähnen hunderter Soldaten untersucht, die in dem Massengrab gefunden worden waren.
Mehrere Formen von tödlichem Fieber sowie Typhus seien von den Tieren auf die Soldaten der Grande Armée übertragen worden. Napoleon war im Jahr 1812 mit mehr als 600.000 Soldaten nach Russland vorgedrungen.
Nach monatelanger russischer Zermürbungstaktik und anschließenden Niederlagen flohen die Soldaten im November aus Russland. Dabei wurde die Armee fast völlig vernichtet. Auch in dem litauischen Massengrab wurden auf der Flucht gestorbene Soldaten bestattet.
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