Folgen des Korallensterbens: 100 Millionen Menschen in Asien bedroht
zuletzt aktualisiert: 13.05.2009 - 14:56Manado/Indonesien (RPO). Rund 100 Millionen Menschen werden ohne eine drastische Reduzierung der Emission schädlicher Klimagase im asiatischen Korallen-Dreieck in den kommenden Jahrzehnten Haus und Einkommen verlieren. Das geht aus einer Studie hervor, die am Mittwoch auf der Weltozean-Konferenz in Manado von der Umweltorganisation WWF vorgestellt wurde.
Das Korallen-Dreieck erstreckt sich von Indonesien über die Philippinen, Malaysia, Papua-Neu Guinea und die Solomon-Inseln bis Osttimor. Es umfasst ein Drittel der Korallenriffs der Welt und 35 Prozent der Korallenriff-Fischarten. Sollten die CO2-Emissionen bis 2020 nicht um 25 bis 40 Prozent verringert werden, würden höhere Wassertemperaturen das einzigartige Ökosystem der Korallen und die Hälfte des Fischbestandes darin zerstören, heißt es in der Studie.
Ein Drittel der 300 Millionen Menschen in der Region lebten aber von den natürlichen Ressourcen. Sie würden voraussichtlich gezwungen, die Küsten zu verlassen und sich neue Arbeit zu suchen. Der Fischfang generiert im Korallen-Dreieck derzeit jährliche Einnahmen von drei Milliarden Dollar.
"Es muss sofort entschlossen gehandelt werden oder es wird sich eine große Krise entwickeln", heißt es in dem Bericht, der sich auf 300 wissenschaftliche Untersuchungen und 20 Klimawandel-Experten beruft. "Hunderttausende einzigartiger Arten, ganze Gemeinwesen und Gesellschaften sind gefährdet." Der WWF schlug eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Schadstoffsenkungsziele zu erreichen. Darüber wird im Dezember auf einer UN-Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen beraten. Dabei soll ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ausgehandelt werden.
Palmöl-Anbau führt zur Vernichtung von Regenwäldern
Auf einer Biosprit-Konferenz in Singapur gerieten unterdessen die Produzenten von Palmöl in die Kritik. Der Anbau des nachwachsenden Rohstoffs trage in Asien und auch in Südamerika in großem Ausmaß zur Abholzung von Regenwäldern bei, hieß es in einer Studie des WWF. Damit sei Palmöl nur eine vermeintlich ökologische Alternative. Die Absatzmenge von Palmöl mit einem Nachhaltigkeitssiegel, das unter anderem gewährleistet, dass für den Anbau keine Regenwälder abgeholzt wurden, macht laut WWF nur ein Prozent des Gesamtmarktes aus.
Nach Angaben einer Vertreterin der indonesischen Palmölkommission sind jedoch die Auflagen jener Siegel so aufwendig umzusetzen, dass sie das Endprodukt um etwa 15 Prozent verteuerten. Kaum ein Kunde sei bereit, den erhöhten Preis zu bezahlen, sagte Rosediania Suharto. Palmöl findet sich in unzähligen Endprodukten wieder, vom Speiseeis bis hin zu Kosmetika. Auch die Nachfrage nach Biodiesel hat den Anbau in den letzten Jahren stark ansteigen lassen. Knapp 90 Prozent der Weltproduktion stammen aus Indonesien und Malaysia.
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