Klima: 2008 war sechstwärmstes Jahr seit 1901
zuletzt aktualisiert: 29.12.2008 - 18:59Frankfurt/Main (RPO). Die Änderung des Weltklimas schreitet immer schneller voran und hat sich im ablaufenden Jahr auch in Deutschland deutlich bemerkbar gemacht. Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,55 Grad war 2008 hierzulande voraussichtlich das sechstwärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1901.
Der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, warnte vor einer dramatischen Beschleunigung des Klimawandels. "In fast allen Bereichen verlaufen die Entwicklungen schneller als bisher angenommen", sagte er. So schmelze etwa das Eis in der Arktis und in Grönland rascher als gedacht.
2008 lagen die Temperaturen in Deutschland in allen Monaten mit Ausnahme des Septembers teilweise erheblich über den Vergleichswerten, wie der Deutsche Wetterdienst am Montag mitteilte. Zudem war es zu trocken, die Niederschlagsmenge lag teils deutlich unter dem Soll.
"Wir sehen hier einen klaren Trend. Über die letzten 100 Jahre hatten wir 0,9 Grad Erwärmung, und dass die letzten Jahre oft zu den wärmsten gehörten, passt ins Bild: Der Klimawandel ist da, einen Zweifel kann es nicht geben", sagte DWD-Meteorologe Gerhard Müller-Westermeier der AP.
Hauptanteil an der hohen Jahresmitteltemperatur hatten demnach die Wintermonate Januar und Februar sowie der Mai, erklärte der Wetterdienst nach ersten Auswertungen der Ergebnisse von rund 2.200 Messstationen. Im Januar war es 4,1 Grad wärmer als normal, im Februar 3,3 Grad. Die Jahres-Durchschnittstemperatur von 9,55 Grad liegt um 1,3 Grad über dem langjährigen Mittel von 8,2 Grad.