Pyrenäen-Gletscher: 90 Prozent durch Klimawandel verloren

zuletzt aktualisiert: 24.02.2009 - 20:01

Madrid (RPO). Der weltweite Klimawandel könnte die Gletscher in den Pyrenäen in wenigen Jahrzehnten vollständig verschwinden lassen. In den vergangenen hundert Jahren seien fast 90 Prozent der Eismassen abgeschmolzen, erklärte das spanische Umweltministerium am Dienstag.

Während sie Anfang des 20. Jahrhunderts schätzungsweise eine Fläche 3.300 Hektar bedeckt hätten, seien es inzwischen nur noch 390 Hektar.

Das Eis der südlichsten Gletscher Europas sei in den vergangenen Jahren immer schneller geschmolzen, heißt es in einer Studie des Ministeriums. Allein zwischen 2002 und 2008 habe der spanische Teil der Pyrenäen rund ein Viertel seines Gletschereises verloren. Selbst Winter mit starkem Schneefall könnten diese Entwicklung offenbar nicht stoppen, erklärte der Leiter der Studie, Miguel Frances.

Dem Ministerium zufolge geht das rasche Abschmelzen direkt auf die globale Erwärmung zurück. "Wir brauchen 20 Winter wie diesen", wurde Fernando Lampre, der Leiter der Pyrenees Glacier Monument Heritage, von der Zeitung "El Pais" zitiert. Andernfalls werde in 25 bis 30 Jahren der Großteil der Gletscher verschwunden sein, "und bis Mitte des Jahrhunderts werden sie alle weg sein".

Nach Angaben des UN-Umweltprogramms UNEP bedroht der Klimawandel Gletschereis auf aller Welt und damit die Wasserversorgung für mehrere Hundert Millionen oder sogar Milliarden Menschen. Ohne die Einigung auf ein neues Abkommen zur Reduktion von Treibhausgasen auf einer Konferenz in Kopenhagen Ende 2009 könnten noch in diesem Jahrhundert die Gletscher vieler Bergregionen vollständig abgeschmolzen sein, heißt es auf der Website des UNEP.


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Quelle: AP

 
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