Klimawandel: Alarmstufe Rot für die Eisbären
zuletzt aktualisiert: 22.07.2009 - 12:31Frankfurt/Main (RPO). Die Erderwärmung bedroht die Eisbären auf unserem Planeten noch stärker als bisher angenommen, wie die Weltnaturschutzunion IUCN und die Umweltstiftung WWF herausgefunden haben.
Der WWF teilte am Mittwoch in Frankfurt mit, im Jahr 2005 seien die Bestandszahlen von fünf Eisbär-Populationen rückläufig gewesen, innerhalb von nicht einmal vier Jahren habe sich die Zahl auf acht erhöht. "Damit schrumpfen zwei Drittel der zwölf wissenschaftlich untersuchten Eisbärbestände."
Der Artenschutzexperte Stefan Ziegler sagte: "Sollte sich die derzeitige Entwicklung ungebremst fortsetzen, könnte die Zahl der Eisbären im Jahr 2050 um mindestens 30 Prozent niedriger liegen als heute." Große Gebiete am Nordpol wären dann "Eisbär-freie Zonen". Verantwortlich dafür sei der von Menschen verursachte Klimawandel, der das Ökosystem der Arktis im rasanten Tempo verändere.
"Der Eisbär hat aufgrund der Schnelligkeit, mit der sich sein Lebensraum verändert, keine Gelegenheit sich anzupassen", sagte Ziegler. Die Tiere drohten zu verhungern, zu ertrinken und stellten aufgrund von Stress die Fortpflanzung ein. Sie seien bei der Jagd auf ihre Hauptnahrungsquelle, die Robben, auf Packeis angewiesen.
Die Umweltschützer heben hervor, dass der negative Trend noch umgekehrt werden könne, wenn die internationale Staatengemeinschaft ihre Treibhausgas-Emissionen schnell und in großem Umfang senken würde.
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