Konferenz zum Umgang mit Vulkanausbrüchen: Aschewolke aus Island war nur Vorgeschmack
zuletzt aktualisiert: 15.09.2010 - 21:52Keflavik (RPO). Die Aschewolke über Europa nach dem Vulkanausbruch auf Island war nach Ansicht eines Experten nur ein Vorgeschmack auf mögliche größere Vulkanausbrüche. "Größere Ereignisse sind seltener, aber sie werden kommen", sagte der Vulkanologe Haraldur Sigurdsson am Mittwoch auf einer Konferenz in der isländischen Stadt Keflavik über den künftigen Umgang mit Vulkanausbrüchen.
Die Aschewolke im April sei nur eine "Trainungsübung" gewesen. Die Aschewolke, die der Gletschervulkan Eyjafjöll im April ausgestoßen hatte, hatte zur größten Sperrung von Flughäfen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg geführt. Mehr als 100.000 Flüge wurden gestrichen, betroffen waren rund acht Millionen Passagiere.
Umgang der Luftfahrt
Auf der Konferenz wurde vor allem beraten, wie die Luftfahrt mit künftigen Vulkanausbrüchen umgehen kann. Die Direktorin der Internationalen Organisation für zivile Luftfahrt (ICAO), Nancy Graham, forderte die Entwicklung wissenschaftlicher Kriterien, um die Konzentration von Aschepartikeln in der Luft zu messen und zu entscheiden, ob Flughäfen geschlossen werden müssen.
Der Vize-Präsident des Weltluftfahrtverbandes IATA, Günther Matschnigg, beklagte, in den Tagen habe ein Chaos zwischen den Behörden der verschiedenen Länder geherrscht. Es sei unklar gewesen, wer bei der Schließung des Luftraums oder von Flughäfen zuständig gewesen sei. Die Flugverbote kosteten die Luftfahrtindustrie geschätzte 1,3 Milliarden Euro.
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