kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
MEXICO klimagipfel  panorama, Afp 2010-1211
  Foto: AFP, AFP
Kommentare ()

Röttgen zum Abschluss der Klimakonferenz: "Cancún hat die Erwartungen erfüllt"

zuletzt aktualisiert: 11.12.2010 - 12:19

Cancún (RPO). Die Weltklimakonferenz hat sich nach zähen Verhandlungen auf einen Kompromiss zur Bekämpfung der Erderwärmung geeinigt. Nach einer dramatischen Nachtsitzung verständigten sich die Teilnehmer im mexikanischen Cancún am Samstag trotz des Protests der bolivianischen Delegation auf Abschlusstexte zu den Beratungen der Kyoto-Staaten und zur Klimarahmenkonvention, der alle 194 Staaten angehören. Bundesumweltminister Norbert Röttgen zeigt sich erleichtert über den Kompromiss.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat sich erfreut und erleichtert über den Ausgang der Weltklimakonferenz im mexikanischen Cancún gezeigt. "Cancún hat die Erwartungen erfüllt", sagte Röttgen am frühen Samstagmorgen in Cancún. Die Staatengemeinschaft habe sich als handlungsfähig erwiesen. Außerdem sei erstmals das sogenannte Zwei-Grad-Ziel von der Weltgemeinschaft offiziell anerkannt worden.

Röttgen: Maßnahmen noch nicht ausreichend

Der Umweltminister räumte ein, dass die beschlossenen Maßnahmen noch nicht ausreichend seien, um einen Anstieg der Erderwärmung um mehr als zwei Grad zu tatsächlich zu verhindern. Sie stellten jedoch einen wichtigen Schritt dar. "Wir wollen es nicht beschönigen, aber man darf es auch würdigen, dass die Bewegung erfolgt ist", sagte Röttgen und forderte, dass der Prozess jetzt fortgesetzt werden müsse. Ziel bleibe ein völkerrechtlich verbindliches Abkommen "am besten in einem Vertrag". Er fügte aber hinzu: "Es ist noch ein weiter Weg zu gehen."

Zugleich verteidigte Röttgen, dass die Entscheidung gegen den erklärten Willen von Bolivien gefällt wurde. Bolivien habe sich aus einem Teil der Beratungen bewusst zurückgezogen, reklamiere jetzt aber Beratungsbedarf. Eine solches Verhalten könne nicht akzeptiert werden, sagte der Minister.

Greenpeace: "Cancún ist ein Zeichen der Hoffnung"

Damit siegte nach Ansicht der Umweltschutzorganisation zum Schluss die Einsicht in die Notwendigkeit über die Furcht. Zwar wird mit den Beschlüssen der Klimakonferenz von Cancun der Klimawandel noch nicht gestoppt, aber die Staatengemeinschaft ist einem Klimaschutzvertrag in einem Jahr in Südafrika mit den heutigen Beschlüssen ein Stück näher gekommen. Mit dem einstimmigen Beschluss über die Einrichtung eines Klimaschutzfonds, der Sicherung von Biodiversität sowie der Rechte Indigener Völker, und der Festlegung der Grenze der Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius sind jetzt die Grundpfeiler für einen globalen Klimaschutzvertrag gelegt worden.

Begrenzung auf zwei Grad

Mit dem Ende der Verhandlungen ist das befürchtete Scheitern ausgeblieben. Obwohl Bolivien mehrfach gegen die Annahme der Dokumente protestiert hatte, sprach sich die Konferenz für den Kompromiss aus.

Das erste Dokument enthält unter anderem ein Bekenntnis der Staatengemeinschaft, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Als Vergleich dient die Temperatur im vorindustriellen Zeitalter. Das zweite Papier der Kyoto-Staaten verweist auf das von der Wissenschaft vorgegebene Ziel, dass die Industriestaaten ihren Treibhausgasausstoß bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduzieren sollen.

In Cancún rangen Vertreter aus 194 Staaten knapp zwei Wochen lang um eine gemeinsame Position zum Klimaschutz. Von Anfang klar war, dass es keine Einigung auf ein umfassendes, völkerrechtlich verbindliches Abkommen geben würde, das das Kyoto-Protokoll ablösen könnte, das Ende 2012 ausläuft. Für die Zeit danach gibt es keine Regelung. Ziel der Konferenz war vielmehr, die Grundlagen zu legen für die nächste Konferenz im südafrikanischen Durban im kommenden Jahr.

1997 hatten sich mehr als 170 Unterzeichnerstaaten darauf verständigt, den weltweiten Kohlendioxidausstoß bis 2012 um rund fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. 37 Industriestaaten haben sich mit dem Abkommen dazu verpflichtet, dieses Ziel zu erreichen.

Verhandlungsleiterin: "Kein Ende eines Prozesses, sondern ein Anfang"

Die Präsidentin der Klimaverhandlungen in Cancún, die mexikanische Außenministerin Patricia Espinosa hatte vor der Einigung erklärt, dass es sich bei den Dokumenten nicht um "mexikanische Texte" handle, sondern dass sie gemeinsam von allen erarbeitet worden seien. Mit Blick auf die geäußerte Kritik fügte sie hinzu: "Wir sollten Cancún nicht als das Ende eines Prozesses begreifen, sondern vielmehr als den Anfang."

Die Hoffnung auf einen Kompromiss stieg, nachdem sich in der Nacht auf Samstag eine breite Unterstützung abgezeichnet hatte, auch von Staaten wie den USA und China, die im Klimaprozess als kritisch gelten. Die Texte böten die nötige Balance und wiesen einen Weg nach vorn, sagte der amerikanische Sonderbeauftragte für Klimafragen, Todd Stern, noch vor der Abstimmung. "Lasst uns dieses Paket beschließen."

Der Vizepräsident der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission Chinas, Xie Zhenhua, hatte betont, dass das Ergebnis einigermaßen die unterschiedlichen Interessen berücksichtige. Auch Japan, das mehrfach erklärt hatte, eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls nicht zu unterstützen, lobte die Vorschläge. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard zeigte sich ebenfalls zufrieden mit den Vorgaben, fügte aber hinzu: "Es muss definitiv noch mehr getan werden."

Greenpeace: "Cancun hat nicht das Klima gerettet"

"Das Ergebnis ist besser, als viele hier zeitweise befürchtet haben. Trotzdem - es ist erst der Anfang. Jetzt muss die Arbeit richtig losgehen", sagt der Leiter der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser. "Bis nächstes Jahr müssen die Staaten nun das entscheidende Klimaschutzprotokoll im Detail erarbeiten. Denn Cancun hat bisher nur den Prozess zur Erarbeitung des Klimaschutzvertrags gerettet, aber noch nicht das Klima selber. Die Geschwindigkeit des internationalen Klimaschutzes kann überhaupt nicht mit der dramatisch schnellen Erderwärmung Schritt halten. Der ungezügelten Verschmutzung der Atmosphäre durch Mineralöl- Kohle- und Holzindustrie sind mit dem Papier noch keinerlei Grenzen gesetzt."

BUND enttäuscht

Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bleiben die Ergebnisse des Weltklimagipfels deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zwar ermöglichten die Beschlüsse von Cancún die Fortsetzung der unter dem Dach der Vereinten Nationen begonnenen Bemühungen zum Klimaschutz, erklärte der BUND am Samstag in Berlin. Sie lieferten jedoch noch keinen akzeptablen Beitrag zur Minderung der Treibhausgase.

"Das Ergebnis von Cancún hält die Erderwärmung nicht unter zwei Grad", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. "Leider haben Staaten wie die USA, Japan, Kanada, Australien und China weitere Fortschritte blockiert." Wirksamer Klimaschutz sei erneut vertagt worden, diesmal ins Jahr 2011 nach Durban in Südafrika. Dort findet der nächste UN-Klimagipfel statt.

WWF sieht positive Tendenz

"Cancún ist ein wichtiger Schritt nach vorn. Möglich war dieser Erfolg dank der hervorragenden Verhandlungsführung der mexikanischen Konferenzpräsidentin und durch den Einigungswillen der meisten Staaten. Der Multilateralismus wurde durch die Cancún-Kompromisse gestärkt. Es geht also doch", so WWF-Klimachefin Regine Günther.

Auch CARE sieht endlich konkrete Ergebnisse. "Wir begrüßen den Fortschritt, der hier in Cancún erreicht wurde", sagt Poul Erik Lauridsen, Advocacy-Koordinator für Klimawandel von CARE. "Aber wir müssen gleichzeitig auch vorsichtig sein, denn die schwierigen Verhandlungspunkte zu Minderung des Klimawandels und zur Finanzierung bleiben ungelöst."

Quelle: apd/felt

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Galaktische Einblicke

Neues Super-Observatorium

Galaktische Einblicke

Mit dem neuen Observatorium Alma können Astronomen mit noch nie dagewesener Qualität durch ... mehr 

Milchstraße kollidiert mit Andromeda-Galaxie

Neue Daten vom Hubble-Teleskop

Milchstraße kollidiert mit Andromeda-Galaxie

Unsere Galaxie wird es nicht ewig geben: Die Milchstraße einschließlich der Erde wird nach ... mehr 

mehr Wissen
Aus der Region

Neues Super-Observatorium

Galaktische Einblicke

Neue Daten vom Hubble-Teleskop

Milchstraße kollidiert mit Andromeda-Galaxie

Deutsches Lizenzgebiet im Pazifik

Forscher entdecken riesiges Manganfeld

Mit Hilfe von Weißen Zwergen

Alter der äußeren Milchstraße bestimmt

Japan-Tag in Düsseldorf

700.000 Besucher beim Japan-Tag

Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Mehr Nachrichten Wissen Klima
So-setzt-sich-der-Strompreis-zusammen_1_24522.jpg

Thema Energiewende

Wie unser Strom erzeugt wird

Die Stromerzeugung in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren massiv verändert. Die Kraftwerke müssen ihre Leistung täglich anpassen – zum einen an den Stromverbrauch, zum anderen an Sonne und Wind. Die Wettervorhersage spielt eine immer ... von Rainer Kurlemann  mehr

 

Speditionschef kritisiert Verpackungen

"Jeder fünfte Lkw-Transport überflüssig"

 
 
 

Klima-Pressekonferenz des DWD

Klimawandel sorgt für zu warmen Start ins Jahr

 
Top-Services
 
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Der "Drache" ist gefangen: Zum ersten Mal hat ..
mehr 
Die skurrilsten Arten 2011
Die skurrilsten Arten 2011
Die skurrilsten Arten 2011
mehr 
Spektakuläre Sonnenfinsternis über Asien und den USA
Spektakuläre Sonnenfinsternis über Asien und den USA
Millionen Menschen auf beiden Seiten des ..
mehr 
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
mehr 
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
mehr 
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
mehr 
Diese Bücher las Adolf Hitler
Diese Bücher las Adolf Hitler
Adolf Hitler war ein begeisterter Leser und ..
mehr 
Sehenswerte Bildbände
Kate und Pippa - 2D-Cover - Lowres.jpg

Kate und Pippa

So wurden sie zu Stilikonen

Kate und Pippa sind die glamourösesten Schwestern Englands, vielleicht sogar der ganzen Welt. Ein neuer Bildband dokumentiert die Verwandlung der beiden Schwestern von Studentinnen zu Stilikonen. Er zeigt prächtige Aufnahmen der beiden Glamour-Ladys, ... mehr

 
Cover Michael Thompson Portraits (highres).jpg

US-Fotograf Michael Thompson

Aufregend, exzentrisch, faszinierend

Der weltweit gefeierte amerikanische Fotograf Michael Thompson gewährt dem Betrachter in seinem Bildband "Portraits" enthüllende Einblicke in das Leben von Berühmtheiten wie Julia Roberts, Cate Blanchett, Natalie Portman, Sting, Sean Combs, Rihanna ... mehr

 
lovigin 1.jpg

Die Welt des Fotografen Petr Lovigin

Gummitiere und melancholische Schweine

Wo Badenixen fortgeschrittenen Alters sich eine verbissene Schlacht mit aufblasbaren Gummitieren liefern, wo ein Metzger und sein frisch geschlachtetes Schwein sich einträchtig der Melancholie hingeben, hier ist man angekommen in der magischen Welt ... mehr