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Meteorologen geben neue Daten bekannt: Das wärmste Jahrzehnt der Erde

zuletzt aktualisiert: 08.12.2009 - 15:14

Kopenhagen (RPO). Das zuendegehende erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ist Meteorologen zufolge aller Voraussicht nach das wärmste seit Beginn detaillierter Messungen.

Die aktuelle Daten untermauern die Dringlichkeit eines neuen weltweiten Klimaschutz-Abkommens. Die Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) gab die Zahlen am Dienstag beim Klimagipfel in Kopenhagen bekannt. Am Klimawandel gebe es keine Zweifel mehr. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zeigte sich optimistisch, dass es beim Gipfel konkrete Ergebnisse geben werde.

Die Dekade von 2000 bis 2009 sei "sehr wahrscheinlich die wärmste jemals verzeichnete, wärmer als die 1980er und wärmer als die 1990er Jahre" erklärte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. Das Jahr 2009 dürfte demnach zudem das fünftwärmste seit Beginn akkurater Messungen sein. Genaue Ergebnisse sollten im März 2010 bekanntgegeben werden.

Der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zufolge waren Bangladesch, Birma und Vietnam von 1990 bis 2008 die am heftigsten von extremen Klima-Ereignissen heimgesuchten Staaten. 2008 traf es Birma und Vietnam sowie den Jemen besonders hart, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Klima-Risiko-Index 2010 hervorgeht. Germanwatch appellierte an die Industrieländer, die Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel stärker zu unterstützen.

Info

Klimagipfel-Blog

Exklusiv für RP ONLINE berichtet die deutsche Umweltschutz-Organisation Germanwatch regelmäßig in einem Blog von den Geschehnissen auf der Konferenz von Kopenhagen. Was die über 20 Germanwatch-Experten während der elf Verhandlungstage erleben, wem sie auf den Konferenzfluren begegnen, worüber sie sich freuen oder ärgern schildern sie >>>hier in ihren Beiträgen.

Es gebe "eine positive Dynamik" in Kopenhagen, sagte Röttgen am Montagabend im ZDF. Zum Start der Konferenz sei "Entschlossenheit" zu spüren gewesen. Daher werde sie nicht mit bloßen Absichtserklärungen enden, sondern es werde "konkrete Ergebnisse geben". Diese müssten dann rasch in eine völkerrechtliche Vereinbarung überführt werden. Es gehe "um das globale Überleben".

Am Dienstag bekräftigte Röttgen im ARD-"Morgenmagazin" das Ziel, die Stromerzeugung in Deutschland bis 2050 "fast vollständig" auf erneuerbare Energien umgestellt zu haben. Er erneuerte mit Blick auf die Klimakonferenz auch das Versprechen, Deutschland werde seinen Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) bis 2020 freiwillig um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 senken.

Der britische Premierminister Gordon Brown will die EU zu weitreichenderen Zusagen bei der Minderung des CO2-Ausstoßes drängen. Brown sagte dem "Guardian", er hoffe, dass sich die EU auf eine Minderung um 30 Prozent bis 2020 im Vergleich zu 1990 statt der bisher zugesagten 20 Prozent einigen könne. Bislang knüpft Brüssel die 30-Prozent-Marke daran, dass sich andere Industrieländer dem anschließen.

Die Forderungen der Entwicklungs- und Schwellenländer, von denen einige mittlerweile selbst einen beträchtlichen Klimagas-Ausstoß verursachen, an die Industriestaaten gehen jedoch weiter: Sie fordern von den westlichen Ländern eine CO2-Minderung um mindestens 40 Prozent bis 2020.

Was die Industriestaaten angeht, so richten sich die Blicke derzeit vor allem auf die USA. Die Regierung in Washington schuf inzwischen die Voraussetzung, um den Klimagas-Ausstoß zu regulieren. Die US-Umweltbehörde (EPA) stufte CO2 als Risiko für die öffentliche Gesundheit ein. Damit kann die EPA nun den CO2-Ausstoß auch dann per Verordnung regulieren, wenn das derzeit im Kongress diskutierte Klimaschutz-Gesetz scheitern sollte.

Die Kopenhagener Konferenz verhandelt seit Montag über ein neues globales Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung - und damit zur Verhinderung einer Klima-Katastrophe. Die Beratungen finden zunächst auf Fachebene statt. Zur Schlussphase am 17. und 18. Dezember haben sich rund 110 Staats- und Regierungschefs angesagt.

Quelle: AFP/csr

 
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