Tsunami: Deutsches Warnsystem soll Katastrophen verhindern
zuletzt aktualisiert: 11.11.2008 - 11:25Jakarta/Potsdam (RPO). Vier Jahre nach der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean geht das deutsch-indonesische Tsunami-Frühwarnsystem GITEWS in Betrieb. Warnbojen, Seismometer und Sensoren schicken Daten in die indonesische Hauptstadt Jakarta. Daraus lassen sich dann Gefahren in den Küstenregionen ablesen. Den größten Teil der Kosten trägt Deutschland mit 45 Millionen Euro.
Der indonesische Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono wird das Frühwarnsystem in Jakarta einweihen. Es ist Teil der deutschen Tsunami-Nothilfe. Auch Japan, China, Frankreich, USA und die UNESCO tragen zu dem System bei. Zwei Jahre lang wird es gemeinsam von Deutschland und Indonesien betrieben. Von 2010 an soll die indonesische Regierung es dann allein unterhalten.
Ein von Potsdamer Wissenschaftlern entwickeltes Softwareprogramm ermittelt aus den von Messstationen aufgezeichneten Signalen in Minutenschnelle die Lage und Stärke eines Bebens. Dieses Programm werde inzwischen auch von anderen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans verwendet, unter anderem von Indien, Pakistan, Thailand und Südafrika.
Indonesische und deutsche Wissenschaftler würden in den kommenden zwei Jahren die Technologie weiter ausbauen und optimieren, hieß es weiter. Die endgültige Übergabe des Systems an Indonesien ist für 2010 geplant. Bei dem Tsunami am 26. Dezember 2004 waren 230 000 Menschen ums Leben gekommen.
Direkt nach der Katastrophe hatte die Bundesregierung der Helmholtz-Gemeinschaft vertreten durch das Deutsche Geoforschungszentrum den Auftrag zur Entwicklung eines Frühwarnsystems für Tsunamis im Indischen Ozean gegeben. Die Mittel in Höhe von 45 Millionen Euro stammen aus dem Beitrag der Bundesregierung für die Flutopferhilfe.
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