Klimawandel nicht zu übersehen: Die Gletscher schrumpfen schnell
zuletzt aktualisiert: 17.08.2007 - 10:12Igaliku (RP). In Südgrönland herrscht Föhn, es ist 20 Grad warm - früher hätte man das dort ein oder zwei Mal pro Jahr erwartet, an besonders warmen Sommertagen. „Aber in diesem Jahr hatten wir solche Temperaturen schon im Mai“, sagt der pensionierte Volksschullehrer Andreas Petrussen aus der kleinen Siedlung Igaliku.
„Und es regnet weniger.“ Das ist für die 50 Einwohner Igalikus keine gute Nachricht, denn sie leben von der Schafzucht. „In diesem Jahr ist die Heu-Ernte deutlich geringer ausgefallen“, klagt Petrussen. Er hält das ebenso für eine Folge des Klimawandels wie das Schmelzen der grönländischen Gletscher.
Berühmt ist der Jakobshavn-Gletscher im Westen Grönlands, der seit 2004 zum Unesco-Weltnaturerbe gehört. „Seine Front liegt heute etwa zwölf Kilometer weiter landeinwärts als noch vor zwei oder drei Jahren“, berichtet der Klimaexperte von Greenpeace Skandinavien, Tarjei Haaland. „Der Eispanzer Grönlands nimmt derzeit pro Jahr um rund 0,7 Prozent ab“, sagt Tarjei Haaland.
Ein Indikator für Erwärmung ist die Fließgeschwindigkeit eines Gletschers. Wenn er schmilzt, wirkt das Wasser wie ein Schmiermittel, und der Gletscher bewegt sich schneller. Nach Information der Universität Dresden liegen seit 1893 Messergebnisse für die Bewegung des Jakobshavn-Gletschers vor. Demnach blieb die Geschwindigkeit 100 Jahre lang in etwa bei 20 Metern pro Tag, stieg jedoch während der letzten Jahre sprunghaft auf vierzig Meter pro Tag an.
Das Schmelzen der Gletscher und eine Erwärmung der Meere können zu einem Anstieg des Meeresspiegels führen - niedrig gelegene Länder wie die Südseeatolle von Vanuatu und Tuvalu droht die Überflutung. Auch für die Bevölkerung der Arktis seien dramatische Folgen zu erwarten, meint Greenpeace-Experte Haaland. Grönlandkrabben, wichtiges Exportgut Grönlands, werde es künftig vielleicht nicht mehr geben: „In warmem Wasser können sie nicht überleben.“
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