Kommentar: Klima-Hoffnung enttäuscht
VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 18.12.2009 - 21:12Düsseldorf/Kopenhagen (RP). Der Klima-Gipfel in Kopenhagen war voller Hoffnung gestartet. Künstler weltweit hatten ihm ein Lied gewidmet. Im Internet erklärten sich Zehntausende zu Klima-Alliierten. Sie vertrauten darauf, dass die Staats- und Regierungschef sich zu einer Entscheidung durchringen würden – zum Schutz vor der globalen Erwärmung.
Das Ergebnis aber ist enttäuschend. Aus Kopenhagen wurde "Floppenhagen". Nur bei den finanziellen Zugeständnissen für die Entwicklungsländer konnte ein Erfolg verbucht werden, der indes aus Sicht der Weltbank eher die Minimalforderung darstellt. Auch der Einsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zuvor ihr Talent für das Finden von Kompromissen bei anderen Gipfeln gezeigt hatte, vermochte nichts zu bewegen.
Vom einstigen Hoffnungsträger, dem US-Präsidenten Barack Obama, war angesichts der Widerstände im eigenen Land gegen verbindliche Klimaziele ohnehin nicht mehr als ein paar rhetorische Girlanden zu erwarten. Doch die Begeisterung so vieler Menschen weltweit zu Beginn der Klima-Konferenz ist ein Signal, das hoffen lässt. Es scheint, als ob zumindest in den Industriestaaten viele Bürgerinnen und Bürger weiter sind als ihre Regierungsvertreter. Sie handeln aus gesundem Menschenverstand heraus. Wann werden das die Staats- und Regierungschef tun?
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