kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

SPD-Chef kritisiert Merkel nach Klimagipfel: "Unsere Kinder und Enkel werden uns verfluchen"

zuletzt aktualisiert: 20.12.2009 - 20:15

Berlin (RPO). Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt nach dem wachsweichen Ergebnis des Klimagipfels von Kopenhagen davor, alles schlechtzureden. Doch ihre Kritiker geben sich unversöhnlich. Vor allem bei SPD-Chef Sigmar Gabriel stößt sie auf massiven Widerspruch.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hält das Ergebnis von Kopenhagen für einen "flauen, weichen Kompromiss."  Foto: ddp, ddp
SPD-Chef Sigmar Gabriel hält das Ergebnis von Kopenhagen für einen "flauen, weichen Kompromiss." Foto: ddp, ddp

Er hält nichts von Merkels Mahnung. Im Gegenteil: Er habe jene Teilnehmer des Umweltgipfels verstanden, die gegen diesen "flauen, weichen Kompromiss, in dem ja nichts drinsteht", gestimmt haben, so Gabriel am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". In dem Kompromiss sei nichts darüber enthalten, wie man das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, erreichen wolle.

Gabriel sagte: "Ich fände es falsch, einen solchen Scheinkompromiss als Erfolg zu verkaufen. Die Staats- und Regierungschefs der Welt sind ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden." Der SPD-Politiker fügte hinzu: "Unsere Kinder und Enkel werden uns verfluchen, wenn es nicht gelingt, diese Haltung aufzubrechen."

Kopenhagen - "ein erster Schritt"

Merkel hatte der Zeitung "Bild am Sonntag" gesagt: "Kopenhagen ist ein erster Schritt hin zu einer neuen Weltklimaordnung, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer Kopenhagen jetzt nur schlecht redet, beteiligt sich am Geschäft derer, die bremsen, statt voranzugehen." Die Deutung der wenig konkreten Beschlüsse des Klimagipfels deutet auch US-Präsident Barack Obama als Fundament für weitere Aufbauarbeit. "Dieser Durchbruch legt den Grundstein für das internationale Handeln in den kommenden Jahren", sagte Obama nach seiner Rückkehr in Washington. Ähnlich äußerte sich die chinesische Staatsführung.

Die Regierungschefs vertrösten die enttäuschte Öffentlichkeit damit auf Mitte 2010. Dann soll in Bonn auf Ministerebene erneut über ein verbindliches UN-Abkommen verhandelt werden, das ursprünglich schon in Kopenhagen fertig werden sollte. Nun ist ein Abschluss bei der nächsten Weltklimakonferenz in Mexiko Ende 2010 geplant. Das Abkommen soll ab 2012 gelten, wenn das Kyoto-Protokoll ausläuft.

Auch Töpfer rügt das Ergebnis

Die Kritiker geben sich jedoch unversöhnlich. Umweltschützer, Kirchen und Globalisierungskritiker in Deutschland nannten das Ergebnis ein faktisches Scheitern und sprachen von Schande, Farce und Desaster. Die großen Verlierer seien das Klima und die Bevölkerung der ärmsten Länder der Erde, erklärten Organisationen wie Greenpeace und BUND. Es handele sich um eine Bankrotterklärung der Staats- und Regierungschefs.

Nach der harschen Kritik der Umweltverbände meldete sich am Sonntag auch ehemalige Chef des UN-Umweltprogramms Unep, Klaus Töpfer (CDU), zu Wort. Töpfer bezeichnte die Klimakonferenz in Kopenhagen in aller Deutlichkeit als Misserfolg und äußerte Zweifel am Sinn von weiteren Mammutkonferenzen.

Kritik auch an EU 

Töpfer äußerte sich extrem skeptisch, dass weitere Gipfel im Kopenhagen-Stil zum Erfolg führen können. Er glaube nicht, dass Kopenhagen ein "heilsamer Schock" gewesen sei, der die Weltgemeinschaft aufrüttele. "Wir können nicht mehr Jahre verhandeln, wir müssen sofort handeln", sagte der frühere Bundesumweltminister am Sonntag der Onlineausgabe der "Frankfurter Rundschau".

Er forderte die Teilnehmerländer auf, nicht auf weitere Gipfel zu warten und ihre jeweiligen CO2-Reduktionsziele sofort in konkrete Handlungspläne umzusetzen. Töpfer erinnerte daran, dass der globale CO2-Ausstoß bereits ab 2015 um fünf Prozent jährlich sinken müsse, um keine gefährliche Störung des Klimasystems zu provozieren.

Der Ex-Unep-Chef kritisierte die Europäische Union. Sie habe in Kopenhagen keine Führerschaft übernommen. "Dadurch hat der Konflikt zwischen den USA und China den Gipfel geprägt." Töpfer hatte vor Kopenhagen gefordert, die EU soll ein positives Signal geben, in dem sie ihr CO2-Ziel für 2020 ohne Vorbedingungen auf 30 Prozent Minderung festsetzt. Das geschah nicht.

Quelle: DDP/AP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Eine seltsame Galaxie

Neues aus dem Weltraum

Eine seltsame Galaxie

Ein neues Bild der Europäischen Südsternwarte zeigt die seltsame Galaxie Centaurus A. mehr 

Der "Drache" ist gefangen

Privattransporter erreicht ISS

Der "Drache" ist gefangen

Der "Drache" ist gefangen: Zum ersten Mal hat ein privater Raumtransporter die Internationale Raumstation erreicht. mehr 

mehr Wissen
Aus der Region

Neues aus dem Weltraum

Eine seltsame Galaxie

Privattransporter erreicht ISS

Der "Drache" ist gefangen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Mehr Nachrichten Wissen Klima

Speditionschef kritisiert Verpackungen

"Jeder fünfte Lkw-Transport überflüssig"

Es wäre ein Schritt nach vorne für die Umwelt: Nach Einschätzung eines Speditionschefs könnten kleinere und bessere Verpackungen zahlreiche Lkw-Fahrten schlicht und einfach überflüssig machen. mehr

 
 
 

Klima-Pressekonferenz des DWD

Klimawandel sorgt für zu warmen Start ins Jahr

 
 
Top-Services
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Der "Drache" ist gefangen: Zum ersten Mal hat .. mehr 
 
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Raumkapsel "Dragon" dockt erstmals an ISS an
Der "Drache" ist gefangen: Zum ersten Mal hat ..
mehr 
Die skurrilsten Arten 2011
Die skurrilsten Arten 2011
Die skurrilsten Arten 2011
mehr 
Spektakuläre Sonnenfinsternis über Asien und den USA
Spektakuläre Sonnenfinsternis über Asien und den USA
Millionen Menschen auf beiden Seiten des ..
mehr 
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
Zehn wissenswerte Fakten über Väter
mehr 
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
Das sind die Ergebnisse des Trendchecks "Verlieben"
mehr 
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
Zehn wissenswerte Dinge über den Muttertag
mehr 
Diese Bücher las Adolf Hitler
Diese Bücher las Adolf Hitler
Adolf Hitler war ein begeisterter Leser und ..
mehr 
Nach dem Abi ins Ausland: Das ist möglich
Nach dem Abi ins Ausland: Das ist möglich
Nach dem Abi ins Ausland: Das ist möglich
mehr 
Sehenswerte Bildbände

US-Fotograf Michael Thompson

Aufregend, exzentrisch, faszinierend

Der weltweit gefeierte amerikanische Fotograf Michael Thompson gewährt dem Betrachter in seinem Bildband "Portraits" enthüllende Einblicke in das Leben von Berühmtheiten wie Julia Roberts, Cate Blanchett, Natalie Portman, Sting, Sean Combs, Rihanna ... mehr

 

Die Welt des Fotografen Petr Lovigin

Gummitiere und melancholische Schweine

Wo Badenixen fortgeschrittenen Alters sich eine verbissene Schlacht mit aufblasbaren Gummitieren liefern, wo ein Metzger und sein frisch geschlachtetes Schwein sich einträchtig der Melancholie hingeben, hier ist man angekommen in der magischen Welt ... mehr

 

"New York Times Magazine"

30 Jahre Spitzenfotografie

Seit über dreißig Jahren arbeitet das "New York Times Magazine" mit führenden Fotografen zusammen, erteilt ihnen Aufträge, animiert sie, die gewohnten Pfade zu verlassen und kreative, denkwürdige Bilder zu schaffen. Ein Bildband zeigt jetzt die ... mehr