UNESCO-Studie: Weltkulturstätten vom Klimawandel bedroht
zuletzt aktualisiert: 13.04.2007 - 07:35Paris (RPO). Die Korallenriffe stecken in der Krise: 70 Prozent der Tiefseekorallen werden vermutlich bis 2100 durch die steigenden Temperaturen zerstört sein. In Südafrika sterben immer mehr Tierarten aus, und auch Städte wie London oder Venedig werden laut einer UNESCO-Studie vom Klimawandel nicht verschont.
Für den 830 Seiten starken Bericht analysierten Wissenschaftler die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die Artenvielfalt, archäologische Fundstätten, historische Städte und Siedlungen. Durch die Gletscherschmelze würden nicht nur Landschaften, die wegen ihrer herausragenden Schönheit auf der UNESCO-Liste stehen, zerstört. "Auch der Lebensraum für seltene Arten wie den Schneeleoparden in Nepal verschwinden", schreiben die Forscher.
Für historische Städte und Siedlungen erweist sich die steigende Feuchtigkeit nach Überflutungen als verheerend. Das hat auch für London Folgen: Die Feuchtigkeit führt zu einer erhöhten Salzkristallbildung, wodurch verzierte Oberflächen zerstört werden könnten.
Um das Artensterben von Landtieren etwa in Südafrika zu verhindern, fordert die UNESCO die Einrichtung von Schutzzonen sowie die Umsiedlung besonders bedrohter Arten. "Die internationale Gemeinschaft betrachtet den Klimawandel fast übereinstimmend als eine der zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts", schreibt UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura im Vorwort zu dem Bericht. "Notwendig ist eine ganzheitliche Herangehensweise für den Erhalt der Umwelt und nachhaltige Entwicklung."
Welche Weltkulturstätten laut Studie betroffen sein werden, haben wir für Sie zusammengefasst.
Weitere Informationen gibt es unter: http://whc.unesco.org/documents/publi_climatechange.pdf
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