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Panorama Tsunami Samoa
  Foto: AP, AP
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Klimawandel bedroht Existenz von Inselstaaten: "Wir werden einfach hinweg gewaschen"

VON DDP-KORRESPONDENT PETER NEUMANN - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009 - 19:10

Kopenhagen (RPO). Während in Kopenhagen die entscheidende Phase des Klimagipfels begonnen hat , fürchten viele Inselstaaten im Pazifik, dass ihre Staaten durch den menschengemachten Klimawandel unwiederbringlich überflutet werden. 

"Wie ein Tsunami in Zeitlupe" - so beschreibt Präsident Johnson Toribiong den Alptraum, aus dem sein Land nicht mehr aufwachen will. Toribiong ist Staatsoberhaupt von Palau, einem Inselstaat im Pazifischen Ozean östlich der Philippinen. Sollte in Kopenhagen kein neues weitreichendes Klimaabkommen beschlossen werden, fürchten Toribiong und die Staatsoberhäupter anderer Inselstaaten, dass ihre Eilande aufgrund des durch den Klimawandel verursachten Anstiegs des Meeresspiegels in ein paar Jahrzehnten unwiederbringlich überflutet werden.

"Wir werden einfach hinweg gewaschen", sagt Toribiong und schaut mit umso hoffnungsvollerer Miene auf die kommenden 48 Stunden in Kopenhagen. Im sogenannten Korallendreieck, in dem Palau liegt, sind weitere Inselstaaten von der herannahenden Überflutungskatastrophe betroffen. Insgesamt 240 Millionen Menschen werden in den kommenden Jahrzehnten Überschwemmungen bis zur völligen Aufgabe ihres Eilandes zu befürchten haben. Für Menschen in Indonesien, auf den Philippinen, den Salomonen und Tuvalu ist das Gipfeltreffen in Kopenhagen zu so etwas wie der letzten Überlebenschance geworden.

Mataio Tekinene, einer der zwölf Delegierten des Inselstaates Tuvalu, bewertet die Verhandlungen auf der Klimakonferenz in Kopenhagen bislang als "ausgesprochen ungerecht". "Wir halten in jedem Fall an unserem Ziel fest, die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzen zu wollen", sagt er. Dafür wolle sich die Delegation auf der Basis des bestehenden Kyoto-Protokolls einsetzen. Momentan seien die Verhandlung aber in eine "aussichtslosen Lage" geraten. Inselstaaten wie Tuvalu oder die Salomonen würden auf dem Gipfeltreffen "getötet".

"In 20 Jahren könnte es zu spät sein"

"Vielen Staatenlenkern ist wohl immer noch nicht bewusst, dass ihre Entscheidungen möglicherweise auf Kosten von Menschenleben gehen", sagt Tekinene. Die Insel, die der Delegierte in Kopenhagen repräsentiert, ragt an keinem Punkt ihres Profils mehr als zwei Meter über den Meeresspiegel hinaus. Tekinene und seine Kollegen kämpfen auf dem Klimagipfel um das Leben von etwa 10.000 Insulanern. "In 20 bis 30 Jahren könnte es schon zu spät für uns sein", betont Tekinene. Bereits dann könnte der rasant angestiegene Meeresspiegel nicht nur eine Verwüstung weiter Küstenstriche des Landes, sondern der ganzen Insel nach sich ziehen.

Andere Inselstaaten hoffen in Kopenhagen ebenfalls auf ein schnelles Einlenken der Industriestaaten zu einem verbindlichen Klimabkommen. "Der Klimawandel ist für uns zu einer lebensbedrohlichen Gefahr geworden", sagt Gordon Darcy Lilo, Umweltminister der Salomonen. Der Minister fordert die Delegierten der Staaten deshalb auf, Verantwortung zu übernehmen und endlich zu handeln. Längst seien die verheerenden Folgen des Klimawandels in seinem Land zu spüren: zerstörte Korallenriffe, brachliegende Fischereibetriebe. Die Ernährung der Bevölkerung sei längst nicht mehr sichergestellt.

Christina Ora vom Youth Climate Network sieht ihr Land ebenfalls vor eine "nahezu aussichtslose" Situation gestellt. "Ich liebe mein Land, meine Kultur und die Menschen, die in ihr leben", sagt die 17-Jährige Insulanerin von den Salomonen. Das alle stehe nun auf dem Spiel. Auch sie beharrt auf dem ehrgeizigen 1,5-Grad-Ziel. Alles andere sei für Länder, die im Angesicht des Klimawandels leben, inakzeptabel. "Wir brauchen dieses Abkommen, um zu überleben", sagt sie mit Nachdruck. Sie hoffe, eines Tages aufwachen zu können und festzustellen, "dass alles nur ein böser Traum war".

Quelle: DDP/felt

 
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