Experten warnen: Ab 2080 im Sommer kein Eis mehr am Nordpol
zuletzt aktualisiert: 05.12.2006 - 15:42Bremen (RPO). In der Arktis wird es ab 2080 im Sommer kein Meereis mehr geben. Das haben Experten errechnet. Voraussetzung ist, dass sich der Klimawandel im gleichen Tempo wie bisher fortsetzt. Die Eis-Schmelze werde für die ganze Erde weitreichende Folgen haben, warnen Polarforscher. Die Nahrungsketten würden völlig durcheinander gebracht.
Das sagt Eberhard Fahrbach vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI). Die eisfreie Arktische Ozean könne künftig schiffbar sein. Auch die Ausbeute von Rohstoffen in der Arktis werde dramatisch zunehmen, wenn der Zugang leichter werde.
Mithilfe des europäischen Wissenschafts-Projekts "Damocles" sollen die Ursachen für den Rückgang des Eises besser verstanden werden. Auch die Auswirkungen auf Klima, Umwelt und Menschen sollen genauer erforscht werden. Dazu sollen spezielle Messungen in der Arktis vorgenommen werden. "Das einzige, was bislang gemessen werden konnte, war die Eisfläche, nicht aber die Eisdicke", sagte Christian Haas vom AWI. Die im Arktischen Ozean von Meereis bedeckte Fläche hat den Angaben zufolge seit 1978 um 20 Prozent abgenommen. Weitere Messungen deuteten daraufhin, dass sich auch die Dicke des Meereises verringere.
Mit der Zusammenarbeit von 45 Forschungsinstituten aus zwölf europäischen Ländern in Kooperation mit den USA, Kanada und Japan ist Damocles eines der größten Projekte in der Arktisforschung. In Bremen treffen sich noch bis Freitag 120 an dem Projekt beteiligte Wissenschaftler. Eines der Hauptziele von Damocles ist es, in der Arktis ein Beobachtungssystem zur Verfügung zu haben, das die Veränderungen in nahezu Echtzeit übermittelt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum








