Weltnaturschutzkonferenz in Bonn: Alle zwölf Minuten stirbt eine Art aus
zuletzt aktualisiert: 19.05.2008 - 10:51Bonn (RPO). Die Lage ist dramatisch: Jeden Tag sterben weltweit rund 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Über 16.000 Arten sind in akuter Gefahr, bald von der Erde verschwunden zu sein. Seit heute treffen sich in Bonn 5200 Experten aus aller Welt, um dieser erschreckenden Entwicklung ein Ende zu machen.
Es sind beliebte Tiere wie der Eisbär, der Delfin oder das Flusspferd, die das Artensterben greifbar machen. Doch diese bedrohten Tierarten stehen für viele weitere, die still und vom Menschen beinahe unbemerkt von der Erde verschwinden: die indonesische Libelle, die Rote Koralle - auch sie gehen unwiederbringlich verloren.
Manchmal wird das Artensterben konkret. So wie im Fall von "Lonesome George", eine Riesenschildkröte von den Galapagos-Inseln. Er ist der letzte seiner Art, der Geochelone nigra abingdoni. "Lonesome George" ist 80 Jahre alt. Wie lange es diese Schildkröten-Art noch geben wird, ist also abzusehen.
Besondere Sorge bereitet Umweltschützern der Regenwald. Mehr als die Hälfte aller Säugetier-Arten weltweit lebt in den Dschungelregionen entlang des Äquators. Welche Folgen das Artensterben für die Umwelt haben wird, ist heute kaum abzusehen: Zu kompliziert sind die biologischen Zusammenhänge.
Auch die wirtschaftlichen Folgen sind drastisch: Die weltweite Naturzerstörung soll die Menschheit Studien zufolge jährlich rund zwei Billionen Euro kosten.
Bei der Artenschutz-Konferenz in Bonn soll nun über Strategien zum Schutz von Tieren und Pflanzen beraten werden. Als eines der wichtigsten Ziele gilt die Eindämmung der Biopiraterie. Das bedeutet, dass die westliche Industrie die natürlichen Ressourcen der Industrieländer ausplündert, sie etwa für Medikamente nutzt, ohne den Einheimischen dafür etwas zurückzuzahlen. Geplant sind nur Vereinbarungen zwischen Industrie- auf der einen sowie Schwellen- und Entwicklungsländern auf der anderen Seite, die einen gerechten finanziellen Ausgleich schaffen sollen.
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