Biologen filmten Verkehr mit Videokamera: Ameisen richten bei Stau Umleitung ein
zuletzt aktualisiert: 04.03.2004 - 10:18London (rpo). Hohes Verkehrsaufkommen auf ihren Straßen ist für Ameisen ein großes Problem. Ein europäisches Forscherteam hat herausgefunden, was Ameisen bei Stau tun: Sie richten eine Umleitungsstraße ein.
Bei hoher Verkehrsdichte schieben Ameisen ihre Artgenossen einfach zur Seite und zwingen sie damit auf eine andere Strecke. Die Wissenschaftler aus Frankreich, Belgien und Deutschland schildern ihre Experimente in der Fachzeitschrift "Nature" (Bd. 428, S. 70). Die meisen bevorzugen auf der Futtersuche einzelne Pfade, die sie mit Duftmarken markieren.
In ihrem Versuch stellten Audrey Dussutour von der Paul-Sabatier-Universität in Toulouse und ihre Kollegen fünf Kolonien von je 500 Schwarzen Wegameisen (Lasius niger) zwei Routen auf dem Weg zum Futter zur Verfügung. Den Verkehr filmten die Biologen mit einer Videokamera.
Bei geringem Verkehr benutzten die Insekten die Strecke, die stärker mit Geruchshinweisen gekennzeichnet war. Doch bei hohem Verkehrsaufkommen eröffneten die Insekten auch die Ausweichstrecke, beobachteten die Forscher. Dabei wurden manche Ameisen, die den gewohnten Pfad betreten wollten, von entgegenkommenden Artgenossen auf den anderen Weg geschubst. Die Ameisen richteten die Alternativroute ein, bevor der Verkehr zu stark wurde. So garantieren die Tiere, dass immer genügend Futter zum Nest gebracht werden kann.
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