Todkranke Tiere verlassen freiwillig ihr Nest: Ameisen sterben einsam
zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 11:49Regensburg (RPO). Todkranke Ameisen verlassen freiwillig das Nest, um zu sterben. Sie vermeiden zudem aktiv den Kontakt zu anderen Arbeiterinnen, wie Forscher der Universität Regensburg jetzt bei der Einbindigen Schmalbrustameise nachwiesen.
Durch dieses selbstlose Verhalten wollen die Tiere offenbar verhindern, dass sie andere Arbeiterinnen anstecken und dadurch das ganze Nest gefährden.
Bislang war nur bekannt, dass manche Ameisenarten kranke Artgenossinnen aus ihrem Nest ausschließen und Leichen abtransportieren. Ein freiwilliges Verlassen war dagegen noch nicht dokumentiert worden, wie die Forscher erklärten.
Aggression gegen kranke Tiere gibt es bei der Einbindigen Schmalbrustameise nicht. Selbst wenn die Forscher sterbende Ameisen zurück ins Nest setzten, wurden sie nicht hinausgeworfen. Sie verließen ihr Heim aber erneut freiwillig, wie Professor Jürgen Heinze, einer der Autoren der Studie, erklärt.
Die Einbindige Schmalbrustameise kommt auch in Deutschland vor, meist in warmen Lagen trockener Nadelwälder. Die Tiere leben in relativ kleinen Kolonien - manche haben im Inneren einer hohlen Eichel Platz.
Möglicherweise ist dies einer der Gründe, warum kranke Tiere nicht aus dem Nest geworfen werden. Bei Arten mit größeren Nestern gebe es teilweise darauf spezialisierte Tiere, die auch Leichen abtransportieren. In einer sehr kleinen Kolonie sei eine so starke Ausdifferenzierung aber kaum möglich, sagte Heinze.
Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Current Biology" veröffentlicht.
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