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Weltweite Überschwemmungen: Arktis-Eis schmilzt schneller als erwartet

zuletzt aktualisiert: 02.09.2009 - 17:33

Berlin (RPO). Das Eis der Arktis schmilzt aufgrund der Erwärmung deutlich schnller als bisher angenommen. Die daraus resultierenden Folgen sind einem WWF-Report zufolge deutlich dramatischer als angenommen. Die Eisschmelze könnte demnach Küstenregionen mit einem Viertel der Weltbevölkerung Überschwemmungen bringen.

Die Eisschmelze in der Arktis hat verheerende Folgen.  Foto: GREENPEACE, AFP
Die Eisschmelze in der Arktis hat verheerende Folgen. Foto: GREENPEACE, AFP

Zum Abschluss seiner Arktis-Reise rief UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erneut zu einem energischen Vorgehen gegen den Klimawandel auf.

Der am Mittwoch veröffentlichte Report der Umweltstiftung fasst den aktuellen Stand der Forschung über die arktische Erwärmung zusammen. Laut WWF dürfte der weltweite Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um mehr als einen Meter ansteigen. Auch könnte die Eisschmelze weltweit extreme Wetteränderungen und einen gewaltigen Anstieg der Treibhausgasemissionen aus Kohlenstoffspeichern hervorrufen.

So werde der rapide Rückgang des Eises Temperatur und Niederschläge in Europa und Nordamerika beeinflussen und neben der Land- und Forstwirtschaft auch die Wasserversorgung betreffen. Zudem sei in den gefrorenen Böden und Feuchtgebieten der Arktis doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert, wie in der Atmosphäre enthalten ist. Dieser werde mit dem Auftauen der Böden zunehmend in Form von CO2 und Methan an die Atmosphäre abgegeben, wobei Methan als Treibhausgas etwa 25 Mal so wirksam sei wie Kohlenstoffdioxid.

"Wenn sich die Arktis erwärmt, hat das nicht nur regionale Folgen, sondern Konsequenzen für die gesamte Erde", sagte WWF-Klimaexpertin Regine Günther. Sie forderte, die Industrieländer müssten es bis 2050 schaffen, möglichst ganz auf den Ausstoß von Treibhausgasen zu verzichten. WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes verlangte, der Klimaschutz müsse "wieder mehr in den Vordergrund treten - auch bei den deutschen Parteien". Bislang werde das Thema viel zu wenig aufgegriffen, "obwohl es uns alle existenziell bedroht". Auf dem Berliner Gendarmenmarkt stellte der WWF tausend Eisfiguren auf, um mit deren Schmelzen auf die Bedrohung für Mensch und Natur durch den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Auf der norwegischen Arktis-Insel Spitzbergen sagte Ban vor Journalisten, im Kampf gegen den Klimawandel müsse "sehr schnell gehandelt werden", bevor es "zu spät" sei. Sollten die Staats- und Regierungschefs nicht eingreifen, sei mit ernsthaften Folgen für die Zukunft der Menschheit und des Planeten zu rechnen, die später "bitter bereut" würden.

Die Arktis bezeichnete Ban als "Alarmsystem" für das Klima des Planeten. Am Dienstag hatte Ban eine Forschungsstation in dem vom Nordpol etwa 1200 Kilometer entfernt liegenden Ort Ny-Aalesund besucht und sich über die dort erlangten Erkenntnisse zum Klimawandel informiert. "Die Arktis ist der Ort auf dem Planeten, an dem die Erderwärmung am schnellsten voranschreitet", sagte Ban nach dem Besuch. Über die Geschwindigkeit, mit der dort das Eis schmelze, sei er "äußerst beunruhigt".

Weitere Ergebnisse des WWF-Berichts über den Einfluss der Klimaerwärmung in der Arktis sollen am Donnerstag bei der UN-Weltklimakonferenz in Genf vorgestellt werden. Auch Ban wird dann zu der Konferenz erwartet. Im Dezember soll bei einem UN-Klimagipfel in Kopenhagen ein Nachfolgeabkommen für das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ausgehandelt werden.

Quelle: AFP/can

 
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