Gefahren für Affen und Tunfisch: Artensterben hält unvermindert an
zuletzt aktualisiert: 30.12.2008 - 17:16Frankfurt/Main (RPO). Das "größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurierer" geht nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation WWF weiter. Das Massensterben im Tier- und Pflanzenreich dauere mit "unverminderter Härte und gnadenloser Schnelligkeit" an, erklärte der WWF-Artenschutzexperte Volker Homes. Für manche Arten gebe es aber auch Anlass zur Hoffnung.
Gefahren sieht der WWF unter anderem für die Affen. Die Menschenaffen könnten bald für immer verschwunden sein, warnte die Organisation. Die Bestände von Gorillas, Schimpansen, Bonobos und Orang-Utans seien mindestens "stark gefährdet". Große Sorgen machen sich die Umweltschützer auch um den Roten Tunfisch. Die Bestände seien in den vergangenen Jahren um bis zu 90 Prozent eingebrochen.
Zu den Verlierern des Jahres 2008 zählt der WWF zudem Frösche und Amphibien. Weltweit sei jede dritte Amphibienart auf der Roten Liste geführt. In Deutschland seien 67 Prozent der bekannten Amphibien bedroht. Vom Aussterben bedroht ist auch der iberische Luchs. In der spanischen Sierra Moreno und in der Gegend um Toledo lebten nur noch 150 Tiere, erklärte die Organisation. Straßen, Bahntrassen und Gas-Pipelines hätten die Jagdreviere der Tiere zerstückelt.
In Deutschland breiten sich dagegen die Wölfe langsam wieder aus. Mittlerweile fanden laut WWF schätzungsweise 40 Tiere wieder ein Zuhause in freier Natur. Der Schwerpunkt liege dabei auf der sächsischen Lausitz. Die kleinste Wolfspopulation habe sich 2008 erfolgreich fortgepflant, könne jedoch noch längst nicht als stabil bezeichnet werden.
Weltweit geht es auch dem Bestand der Buckelwale wieder besser. Vier Jahrzehnte nach dem Ende der Jagd auf die Meeressäuger habe der weltweite Bestand erstmals "ein halbwegs stabiles Maß" angenommen, erklärte die Organisation. Auch beim afrikanischen Elefanten steigen die Populationen in Süd- und Ostafrika. Allerdings gebe es in Zentralafrika eine Zunahme der Wilderei, mahnte der WWF.
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