Weltklimagipfel im Dezember: Barroso warnt: Es gibt keinen Ausweichplaneten
zuletzt aktualisiert: 21.10.2009 - 12:44Straßburg (RPO). Im Dezember treffen sich die Weltmächte in Kopenhagen zum Klimagipfel. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso warnt im Vorfeld vor einem Scheitern. Es gebe keinen Ausweichplan und auch keinen Ausweichplaneten, sagte der Portugiese am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg. Die Vorbereitungen für den Gipfel kämen zu schleppend voran, kritisierte er.
Barroso erneuerte seine Forderung, den Entwicklungsländern beim Kampf gegen den Klimawandel finanziell unter die Arme zu greifen. Notwendig seien bis 2020 pro Jahr etwa 100 Milliarden Euro.
Die EU-Finanzminister hatten sich am Dienstag in Luxemburg nicht auf Finanzhilfen verständigen können. "Je länger wir warten, umso teurer wird es", sagte Barroso unter anderem zur deutschen Haltung. Die Bundesregierung lehnte Zusagen als verfrüht ab.
Europaparlamentarier forderten die Staats- und Regierungschefs der EU auf, sich bei ihrem Brüsseler Gipfel ab Donnerstag kommende Woche auf eine ehrgeizige Strategie für den Weltklimagipfel zu einigen.
Nur wenn sie selbst eine "angemessene Position" habe, könne die EU politischen Druck auf die USA sowie China und andere Schwellenländer ausüben, betonte der Chef der konservativen Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP), Joseph Daul.
Die deutsche Grüne Rebecca Harms nannte den Streit um die Finanzhilfen für Entwicklungsländer "beschämend". Die von der EU-Kommission geforderten hundert Milliarden Euro seien "Peanuts" gemessen an den riesigen Summen, die zur Bankenrettung bereitgestellt worden seien.
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