Untersuchungen: Beethovens Schädelknochen in den USA identifiziert
zuletzt aktualisiert: 18.11.2005 - 06:49San Francisco (rpo). Es wird schon als musikhistorisch und wissenschaftlich große Entdeckung gefeiert: Bei einigen in den USA aufgetauchten Schädelfragmenten handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich um die des Komponisten Ludwig van Beethoven. Die Ergebnisse jüngst abgeschlossener Untersuchungen deuten darauf hin.
Das teilte der Besitzer der Knochen, der kalifornische Geschäftsmann Paul Kaufmann, im Zentrum für Beethoven-Studien an der Universität von San Jose mit. Das Institut besitzt schon eine Locke, die vermutlich von Beethoven stammt.
Analysen des Haares haben ergeben, dass Beethoven im Todesjahr 1827 an einer Bleivergiftung litt. Kaufmann, der die Knochen vor 15 Jahren von einem Onkel erbte, erklärte, in den Fragmenten sei ein ähnlicher hoher Bleianteil gefunden worden wie in den Haaren. Die Knochenteile seien über Generationen in seiner Familie vererbt worden. Er selbst sei zuerst sehr skeptisch gewesen. "Ehrlich gesagt, ich hätte nicht darauf gewettet", sagte Kaufmann. Die Knochenstücke wurden von seiner Familie in einer kleinen Metallbox mit der Aufschrift "Beethoven" aufbewahrt.
Kaufmann begann, mit dem Universitätszentrum zusammenzuarbeiten, nachdem ein Schriftsteller ihn für ein Buch über den Komponisten aufgespürt hatte. Bei den Fragmenten handelt es sich um ein großes und elf kleinere Stücke. Beethoven hatte verlangt, dass Ärzte nach seinem Tod nach dem Grund für seine frühe Taubheit suchen sollten. Bei der ersten Autopsie wurde der Schädel in mehrere Teile gespalten, wie der Direktor des Zentrums, William Meredith, erklärte. 1863 gelangten die Knochenteile in den Besitz von Kaufmanns Familie, weil ein entfernter Verwandter sie an sich nahm, während er Modelle von Beethovens Schädel fertigte.
Die beiden größten Fragmente sind Dauerleihgaben an das Institut. Meredith erklärte, derzeit würden DNS-Analysen vorgenommen, die die Echtheit sowohl der Haare als auch der Knochen endgültig klären sollten. Er nannte die Entdeckung ein großes Ereignis für Liebhaber klassischer Musik und für die Wissenschaft.
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