Forscher entdecken artverwandtes Tier: Bekommt Schildkröte "Lonesome George" Gefährtin?
zuletzt aktualisiert: 04.05.2007 - 15:03Chicago (RPO). Unter dem Namen "Lonesome George" ("Einsamer George") wurde er bekannt. Da er der einzige seiner Art ist, hatten Tierforscher der Schildkröte das Aussterben prophezeit. Doch nun scheint es Hoffnung zu geben: Das prominente Schildkrötenmännchen auf der Galápagos-Insel Pinta ist vielleicht doch nicht das letzte seiner Art.
Ein Team unter der Leitung von Wissenschaftlern der Universität Yale entdeckte auf der Nachbarinsel Isabela eine Schildkröte, deren Gene zur Hälfte mit denen von George übereinstimmen, wie sie in der Mai-Ausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift "Current Biology" berichten.
Damit könnte George seinen Guinness-Buch-Eintrag als "seltenste lebende Art" zwar verlieren, die Schildkrötenart wäre aber vielleicht nicht mehr vom Aussterben bedroht - denn bisher verweigerte sich das Schildkrötenmännchen hartnäckig allen Versuchen zur Paarung mit Weibchen verwandter Unterarten.
Ursprünglich lebten auf den Galápagos-Inseln 14 Schildkrötenarten. Diese halfen Charles Darwin unter anderem zur Entwicklung seiner Theorie der natürlichen Auslese. Drei der 14 Arten sind inzwischen ausgestorben - und mit George drohte die "Geochelone abingdoni" zur vierten ausgestorbenen Unterart der Galápagos-Riesenschildkröte zu werden. Der einen Meter lange und 88 Kilo schwere George war 1971 entdeckt worden - als erstes Tier seiner Art seit 1906.
Die nun entdeckte Schildkröte scheint eine Kreuzung erster Generation von Georges direkten Verwandten und der Schildkrötenart von der Insel Isabela zu sein. Die Forscher aus Yale wollen jetzt daher die Gene aller 2000 auf Isabela lebenden Schildkröten untersuchen, um zu erforschen, ob hier noch weitere - und möglicherweise noch nähere Verwandte - von George leben.
Die rund 20 Mitarbeiter des Teams rechnen damit, für diese Arbeit rund zwei Monaten zu benötigen.
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