Tiere leben im Mekong-Strom: Die Giganten-Fische sind bedroht
zuletzt aktualisiert: 29.07.2010 - 20:56Düsseldorf (RPO). Die Bilder sind unglaublich: Riesige Fische, die wie ein Photoshop-Trick wirken, liegen glänzend im Sonnenlicht. Dahinter stehen wie Miniaturausgaben Menschen. Doch die Fische gibt es wirklich, sie leben im Mekong-Fluss in Asien. Aber die Giganten des Stromes sind bedroht.
„Der Mekong-Strom ist ein Fluss der Superlative. Hier leben mehr riesige Süßwasser-Fische als in jedem anderen Strom der Erde“, sagt Petr Obrdlik, Mekong-Experte bei der Umweltschutzorganisation WWF. Von den zehn größten Süßwasser-Fischen der Welt kommen allein vier Vertreter in dem südostasiatischen Fluss vor. Darunter der Riesen-Stachelrochen, der mit bis zu 600 Kilogramm Gewicht und bis zu fünf Metern Länge als der größte Süßwasserfisch der Welt gilt. Oder der 350 Kilogramm schwere Mekong-Riesenwels, der sich als reiner Vegetarier ausschließlich von Wasserpflanzen ernährt.
Doch nach einer neuen WWF-Untersuchung sind die Giganten im Mekong durch den geplanten Bau von elf Staudämmen im Unteren Mekong extrem gefährdet. Denn Fische von dieser Größe seien schlichtweg nicht in der Lage, so der WWF, große Flussbarrieren wie etwa Staudämme zu überwinden. Somit würden wichtige Wanderrouten unterbrochen und die Laichgründe nicht mehr erreichbar.
Der Riesenwels steht bereits heute auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion und gilt als vom Aussterben bedroht. Daneben wären auch der Vielfrass-Haiwels, ein Raubfisch der auch vor Hühner- oder Hundekadaver nicht zurückschreckt, und der Siamesische Riesenkarpfen in ihren Beständen gefährdet.
„Sollten die geplanten Dämme tatsächlich realisiert werden, könnte das mittel- bis langfristig zum Kollaps der Populationen führen”, warnt Obrdlik. Dabei stünden die Mekong-Giganten stellvertretend für ein ganzes Ökosystem, neben zahlreichen wandernden Fischarten seien auch die seltenen Irawadi-Flussdelfine von den geplanten Wasserkraftwerken bedroht.
Solange nicht geklärt sei, wie sich die geplanten Staudämme auf die Vorkommen der Fisch-Giganten und das gesamte Mekong-Ökosystem auswirkten, fordert der WWF ein Bau-Moratorium. Davon würden nach Angaben der Umweltschutzorganisation nicht nur die Riesenfisch und Flussdelfine profitieren, sondern auch die 320 Millionen Menschen, die entlang des Mekongs lebten. Denn Landwirtschaft und Fischerei seien maßgeblich auf einen vitalen und fruchtbaren Mekong angewiesen.
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