Mehr Energie aus Sonne und Wind und höhere Umweltkosten für Bürger - das sind Kernelemente des umstrittenen Klima- und Energiepakets, das die EU-Kommission am 23. Januar 2008 in Brüssel vorgestellt hat. Im Folgenden ein Überblick:
KLIMAZIEL: Die Gesetzesvorschläge sollen helfen, den Treibhausgas-Ausstoß der EU bis 2020 um ein Fünftel zu senken. Wohlhabende Staaten wie Luxemburg, Großbritannien und Deutschland werden stärker belastet als wirtschaftsschwache wie Polen, Bulgarien und Rumänien.
MEHR ÖKO-ENERGIE: Deutschland soll den Anteil grüner Energie aus Sonne, Wind und Biomasse am Energieverbrauch bis 2020 von derzeit rund neun auf 18 Prozent verdoppeln. Zum Vergleich: Österreich muss künftig gut ein Drittel seines Stroms aus Öko-Energien beziehen, Vorreiter Schweden sogar fast die Hälfte. Der EU-Schnitt liegt bei 20 Prozent.
BEITRAG DER BÜRGER: Erstmals macht Brüssel auch für die Bürger strenge Klimaauflagen. Die Kommission will den Treibhausgasausstoß von Verkehr, Gebäuden, Landwirtschaft und Abfall deutlich senken. In Deutschland müssen diese Bereiche 14 Prozent Kohlendioxid (CO2) im Vergleich zu 2005 einsparen.
HÖHERE ENERGIEKOSTEN: Die ohnehin hohen Energiekosten könnten bis 2020 um weitere zehn bis 15 Prozent steigen. Grund: Energiekonzerne müssen ihre Verschmutzungsrechte im Rahmen des Emissionshandels ab 2013 vollständig ersteigern und bekommen sie nicht mehr kostenlos. Die Kosten dürften sie auf die Verbraucher abwälzen.
SCHONFRIST FÜR DEUTSCHE STAHLINDUSTRIE: Auf Druck der Bundesregierung schwächt Brüssel die Auflagen für klimaschädliche Branchen wie Stahl, Aluminium oder Zement vorerst ab. Deutsche Stahlhersteller hatten mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze gedroht. In Zukunft könnte dieser Industriezweig durch Klimazölle für Drittstaaten geschützt werden.
MEHR BIOSPRIT: Der Biosprit-Anteil am Treibstoffverbrauch soll bis 2020 EU-weit auf zehn Prozent steigern, von derzeit weniger als zwei Prozent. Die Hersteller müssen sich verpflichten, dafür keinen Regenwald oder andere geschützte Flächen zu zerstören.
KOSTEN: Nach Angaben von Kommissionspräsident José Manuel Barroso werden die Vorschläge jeden Bürger drei Euro pro Woche kosten. Die Gesamtrechnung für die EU liegt bei rund 60 Milliarden Euro pro Jahr. Kommissionskreise rechnen sogar mit dem Doppelten.