Dramatische Folgen: Die Welt wird immer schneller immer wärmer
zuletzt aktualisiert: 02.02.2007 - 10:43Paris (RPO). Der UN-Bericht zum Klimawandel zeichnet ein dramatisches Bild: Bis zum Jahr 2100 werden die Temperaturen vermutlich doppelt so schnell steigen wie im vergangenen Jahrhundert. Die Welt wird immer schneller immer wärmer. Die Folgen werden gravierend sein - und der Mensch ist schuld daran.
Der Weltklimarat spricht eine klare Sprache in seiner Studie: Der Klimawandel "ist eindeutig, vom Menschen verursacht und wird sich selbst bei einer Stabilisierung des Treibhausgasausstoßes Jahrhunderte fortsetzen", heißt es da.
Die Forscher prognostizieren eine durchschnittliche Erwärmung zwischen 1,8 und 4 Grad in diesem Jahrhundert - in den vergangenen hundert Jahren waren die Temperaturen um 0,8 Grad gestiegen. Der Meeresspiegel steigt demnach bis 2100 zwischen 18 und 59 Zentimetern an. Weitere zehn bis 20 Zentimeter seien möglich, wenn das schnelle Abschmelzen des Polareises fortschreite. Die Erderwärmung werde noch hunderte Jahre weitergehen, selbst wenn die Konzentration der Treibhausgase stabilisiert werden könnte.
An der Urheberschaft des Menschen haben die Wissenschaftler kaum noch Zweifel. Die Veränderungen in der Atmosphäre und den Weltmeeren sowie der Verlust von Packeis seien ohne äußere Einwirkung nicht zu erklären. "Es ist keine Frage, dass die Zunahme des Treibhausgases auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist", sagte die Klimaforscherin Susan Solomon, die die US-Regierung in dem Gremium vertritt.
Im Text heißt es, es sei "sehr wahrscheinlich", dass diese Entwicklung nicht allein auf natürliche Ursachen zurückzuführen sei. Die mehr als 500 Autoren äußerten sich damit schärfer als noch 2001. Damals erklärten sie lediglich, es sei wahrscheinlich, dass der Mensch die Verantwortung für die Erderwärmung trage.
"Der Klimawandel ist die Herausforderung des Jahrhunderts", sagte der Leiter des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner. "Die Beweise liegen nun auf dem Tisch, jetzt muss die Weltgemeinschaft endlich handeln." Wer nun noch untätig bleibe, werde als verantwortungslos in die Geschichte eingehen.
"Wer jetzt noch nicht wach ist, der muss sich fragen, was denn eigentlich passieren muss, damit man den Ernst der Lage erkennt", sagte der frühere Direktor des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, im WDR. Beim Klimabericht handele sich nicht mehr um Prognosen: "Wir sehen, wie das Eis schmilzt, wie die Gletscher geringer werden", sagte Töpfer.
Der frühere Bundesumweltminister, der derzeit den UN-Rat für nachhaltige Entwicklung leitet, sagte, der Klimawandel sei nicht mehr aufzuhalten. Es gehe vielmehr darum, diesen in Grenzen zu halten. "Wir hoffen ja alle, dass wir auf jeden Fall den Klimaanstieg auf höchstens zwei Grad halten können", sagte Töpfer.
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