Grönland: Eis schmilzt in Rekordtempo
zuletzt aktualisiert: 12.11.2009 - 19:55Frankfurt/Main (RPO). Beunruhigende Nachrichten aus dem hohen Norden: Die Eisdecke auf Grönland schmilzt in Rekordtempo. Satellitenmessungen und eine regionales Klimamodell bestätigen unabhängig voneinander, dass sich die Eisschmelze auf der größten Insel der Erde seit Jahren beschleunigt.
Wie ein internationales Forscherteam im Magazin "Science" berichtet, entfällt der Eisverlust zu gleichen Teilen auf das verstärkte Abbrechen von Eisbergen, das schnelleren Fließen der zum Meer führenden Auslassgletscher sowie die verstärkte Bildung von Schmelzwasser auf der Eisdecke.
Dadurch verlor Grönland zwischen 2006 bis 2008 pro Jahr etwa 273 Gigatonnen oder Milliarden Tonnen Eis. Eine Gigatonne entspricht der Masse eines Kubikkilometers Wasser. Dieser Eisverlust ließ den Meeresspiegel jährlich um 0,75 Millimeter ansteigen. Seit dem Jahr 2000 verlor die Eiskappe rund 1500 Gigatonnen, was einem um fünf Millimeter höheren Niveau der Ozeane entspricht.
"Die Resultate zeigen, dass sich der Masseverlust auf Grönland seit den späten 90er Jahren beschleunigt, und die verantwortlichen Ursachen dafür deuten darauf hin, dass dieser Trend wohl in der nahen Zukunft anhalten wird", sagt der an der Studie beteiligte Geoforscher Jonathan Bamber von der Universität Bristol. Würde das gesamte Grönlandeis abtauen, stiege der Meeresspiegel um sieben Meter.
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